Acrisole sind lessivierte, saure, austauschschwache Böden mit niederiger Basensättigung und mit tonreichen, roten bis braungelben Bt-Horizonten. Zu den Acrisolen gehören Ferralitische Böden, Rotlehme und Braunlehme. Sie entstehen durch eine lange und starke Verwitterung aus silikatarmen, quarzreichen Gesteinen (Granite, Sandstein) unter feuchtwarmem Klima. Als Haupttonmineral bildet sich Kaolinit. Sie weisen eine Horizontabfolge Ah-E-Bt-C auf, sind also durch Tonverlagerung geprägt und die Horizontgrenzen sind sehr klar ausgebildet. Im Unterschied zu den Luvisolen (z.B. Parabraunerden) sind sie stark verwittert und entbast. Stark versauerte Acrisole sind Böden der humiden bis semihumiden Tropen. Sie spielen in Afrika eine untergeordnete Rolle, sind jedoch weit verbreitet in den Tropengebieten Südamerikas und Südostasiens (speziell in der Monsunregion). Meist stellen Acrisole eine sehr alte Bodenbildung dar. Die landwirtschaftliche Nutzung ist generell schwierig und erfordert Düngereinsatz und Kalkung (Grund: Al-Toxizität). Nach einer Rodung sind Acrisole sehr erosionsanfällig. Ertragsbeschränkend wirken: Nährstoffarmut, Al-Toxizität, P-Fixierung, Neigung zur Verkrustung, schwierige Durchwurzelung durch dichte Struktur sowie Humusschwund. Die traditionelle Bodennutzung erfolgt im Brandrodungsfeldbau (shifting cultivation).  
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Acrisole sind weniger stark verwittert als Ferralsole und können deshalb noch primäre Silikate und Dreischichttonmineralien enthalten. In tropischen Gebieten mit langer Verwitterung finden sich oft Ferralsole auf Ebenen und Acrisole in den Hangzonen mit verstärkter Erosion. Nitisole sind den Acrisolen ähnlich, denn sie sind auch durch Tonverlagerung geprägt. Sie weisen jedoch einen sanften Anstieg der Tongehalte auf, während bei den Acrisolen klare Horizontgrenzen vorliegen.


Die Bezeichnung Acrisol ist aus den lat. Wörten acris (= sehr sauer) und solum (= Boden) zusammengesetzt.

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Äolium nennt man eine Schicht aus zusammengewehtem Material, wie z.B. bei Dünen (siehe auch Syrosem) oder Löß

 

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Alisole sind lessivierte, stark saure Böden mit niedrieger Basensättigung der humiden bis subhumiden Tropen, jedoch mit hoher Austauschkapazität und hoher Aluminiumsättigung. Sie sind vergleichbar mit den Acrisolen, sind aber weniger stark verwittert. Alisole entstehen unter intensiver tropischer Verwitterung, welche jedoch noch nicht so weit fortgeschritten ist wie bei den Acrisolen. Alisole befinden sich im Stadium der Desilifizierung (Silikatverwitterung), in welchem sekundäre Tonmineralien verwittert werden, was zu einer starken Freisetzung von Aluminium führt.
Acrisole finden sich im Südosten der USA, in Lateinamerika (Ecuador, Nicaragua, Venezuela, Columbien), Ostafrika, Indien, Indonesien und in China. Trotz hoher Al-Sättigung (Al-Toxizität) und geringem Nährstoffgehalt ermöglicht starke Düngung und Kalkung eine landwirtschaftliche Nutzung. Dies ist bei den stärker verwitterten Acrisolen weniger gut möglich. Weitere Bewirtschaftungsprobleme ergeben sich aus der Erosionsanfälligkeit und der schwierigen Durchwurzelbarkeit dieser Böden. Alisole werden mit Tee, Kautschuk oder Ölpalmen bepflanzt. Sie nehmen eine zentrale Position im Bereich der tropischen Böden ein. Zu vielen anderen Bodengruppen bestehen Übergänge, welche teilweise nur analytisch erfasst werden können.

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Alkali- und Salzböden (Halophyten) finden sich fast ausschließlich in semiariden bis ariden Gebieten der Erde.
Die Solode und ein Teil der Soloneze reichen mit ihren Vorkommen noch in subhumide Regionen hinein. Alle Böden dieser Gruppe entsprechen wegen ihrer Bildung in Hohlformen des Reliefs (grundwassernahe Lage) oder in Ebenen mit gehemmtem Abfluß den Gleyen oder den Moorböden der humideren Bereiche.

Zu den Alkali- und Salzböden gehören: Solode, Soloneze , Solontschake und Takyre

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Alluvialböden:
Böden mit vorwiegend mineralischer Zusammensetzung und unterschiedlichem Zuschußwassereinfluß.
Sind aus jungen geschichteten Sedimenten entstanden, weisen kaum eine Horizontierung und zuweilen einen jahreszeitlichen, stark schwankenden Grundwasserstand auf.

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Andosole:
Gruppe junger Böden, die in verschiedenen Teilen der Erde zu finden ist.
Sie gehören zu den Regosolen und entwickeln sich auf einem Ausgangsmaterial, das mehr als 20% vulkanische Lockerprodukte oder höhere Anteile an Allophanen (sorptionskräftige, amorphe Tonmineralvorstufen) enthält. Sie besitzen einen mächtigen dunkel bis schwarz gefärbten, humosen, mullartigen Ah-Horizont, der sehr allmählich ins Ausgangsmaterial übergeht. Ihre Porösität und gute Permeabilität, sowie ihre große Nährstoffreserve bedingen eine hohe Fruchtbarkeit.
Die Bezeichnung Andosol ist aus dem japanischen an do (= schwarzer Boden) und dem lat. solum (= Boden) zusammengesetzt.

Sehr häufig finden sich Übergänge zu Lateritischen Böden und Red and yellow podzolic soils (subtropisch / tropisch).

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Anthropogen-hydromorphe Böden der ost- und südostasiatischen Reisanbaugebiete kommen in Niederungen oder an Hängen (Terrassierung) vor. Es sind oft stark saure künstliche Gleye vorwiegend mineralischer Zusammensetzung, die durch künstliche Bewässerung über große Teile des Jahres unter Wasser stehen.

Anthropogen-hydromorphe Böden der Bewässerungsoasen tropisch-subtropischer Trockengebiete ("Oasenböden") sind meist punktförmig vorkommende, künstlich bewässerte, fruchtbare Böden, die oft sehr bald - bedingt durch die Bewässerung - sekundär versalzen können und in ihrer Fruchtbarkeit gegenüber unversalzenen Varianten deulich abfallen.

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Anthrosole sind durch menschlichen Einfluß entstandene und/oder wesentlich umgestaltete Böden. Anthrosole sind anthropogene Böden (Kulturböden); Kultosole und Rigosole.

 

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Arenosole sind sandige Böden mit grober Textur (Entisols, Psamments und red and yellow Sands).
Arenosol ist aus den lat. Wörtern arena (= Sand) und solum (= Boden) zusammengesetzt.

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Auenböden verdanken ihre Entstehung periodischen oder episodischen Flußanschwemmungen oder -abtragungen und weisen im Allgemeinen nur im Unterboden einen Grundwassereinfluß auf, der sich, da es sich meist um sauerstoffreiche, rasch ziehende Wässer handelt, nicht in einer Vergleyung äußert.

Auenböden gehören zu der Gruppe der mineralisch hydromorphen Böden.

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Azonale Böden:
Unentwickelte, in jedem Klimagebiet vorkommende Böden (auf jungen Bergstürzen, Dünen, Flußablagerungen usw.), die größtenteils aus dem nur gering verwitterten Ausgangsmaterial bestehen

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Bodenfärbung:
Im Oberboden gilt: je dunkler der Boden, desto mehr organische Substanz enthält er (Ausnahmen bestätigen die Regel).
Aufgehellte Bereiche im Oberboden deuten auf Export von Bodenbestandteilen hin.
Braunrote und satte Ockerfarben deuten auf gute Durchlüftung hin.
Marmorierung, Oxidbänder und Rostflecken lassen zeitweiligen Wasserstau vermuten.
Homogen graue Farben sind ein Hinweis auf den durchschnittlichen Grundwasserstand.

Braunfärbung kann auch auf Braunhuminsäuren zurückgehen.
Intensive Schwarzfärbung deutet nicht zwangsläufig auf extreme Humusgehalte hin, kann in Vertisolen und Schwarzerden auch durch moderate (> 2 % C) Humus- oder Kohlenstoffmengen hervorgerufen werden.
Schwarze Konkretionen können Manganausfällungen oder Eisensulfide sein, entpuppen sich jedoch nicht selten als Holzkohlestückchen.                         

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Farbe; Munsell-Skala; Formel; Mineral
leuchtend rostbraun; 5-7,5YR3-6/4-6; Fe(OH)3, H2O; Ferrihydrit
gelbbraun (ocker); 10YR-2,5Y3-6/4-6; alpha-FeOOH; Goethit
orangerotbraun; 2,5-5YR4-6/6-8; gamma-FeOOH; Lepidokrokit
rot mit violett-Tönung; 5-10R4-6/6-8; alpha-Fe2O3; Hämatit
braunschwarz; 5-7,5YR2-3/2-4; Mn(OH)3, MnOOH; Manganhydroxid, Manganit
grau-grün, grau-blau; 5GY-5B2-3/1-3; Fe(II-III)-(OH)2-3; grüner Rost
weiß, nach Oxidation braun; N7 => 10YR4/5; FeCO3; Siderit
weiß, nach Oxidation blau; N7 => 5B7/0; Fe3(PO4) . 8H2O; Vivianit
blauschwarz (riecht nach faulen Eiern); 5-10B1-2/1-3; FeS (Fe3S4); Eisensulfide

Fast alle im Boden vorkommenden Farbpigmente enthalten Eisen.

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Braune Halbwüstenböden sind charakteristisch für die semiarid- bis arid-kontinentalen Bereiche der hohen Mittelbreiten mit Wüstensteppen-Vegetation (ephemere Kräuter, xerophytische Halbsträucher u.a.).
Der nur noch schwach humose (ca. 2%), ca. 25 cm mächtige, braune Ah-Horizont weist mit seinem häufig verdichteten und zu prismatischer Gefügebildung neigenden unteren Teil auf allerdings nur schwache Solonezierungsprozesse hin. Hier beträgt der Anteil von Na+ an der Sorptionskapazität 5,7%. Bei 20-25 cm stellen sich Karbonate ein, deren Anteil mit der Tiefe zunimmt; bei etwa 90 cm ist bereits Gips nachzuweisen, unter 100 cm häufig leicht lösliche Salze.
Mangelnde Humusbildung, oft schwache Solonezierung im oberen und Salzakkumulation im unteren Teil der Profile sind die wichtigsten Kennzeichen dieser Böden, die im Übrigen bei zweckmäßiger Bewässerung nur kleinflächig intensiv, in der Regel aber nur extensiv genutzt werden können (Weidewirtschaft).

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Braunerden finden sich in gemäßigt humiden Klimazonen unter Laub- und Mischwäldern meist in schwachen bis mittleren Hanglagen auf karbonatarmen bis -freien, meist kristallinen (Quarz- und Silikat-) Gesteinen. Der Name ergibt sich aus dem Verbraunungsprozess, der die Bodenfarbe bestimmt. Sie zeigen weder Podsolierung noch Lessivierung. Ihr brauner bis ockerfarbener B-Horizont ist daher gekennzeichnet durch Verwitterung primärer Silikate und Tonmineralbildung in situ (Bv-Horizont). Nach oben hin geht er ganz allmählich in den humosen, schmutziggrauen Ah-Horizont über, nach unten ebenso allmählich in 25 -150 cm Tiefe in den C-Horizont (Cv/Cn) der meist aus Lockermaterial des Ausgangsgesteins besteht. Braunerden enstehen meist aus sandig-lehmigem Ausgangsmaterial. Die charakteristische braune Färbung des Unterbodens entsteht durch die gleichmäßige Verteilung des bei der Verwitterung freigesetzten Eisens.
Die Böden sind schwach bis mäßig sauer, mittel- bis tiefgründig und zeigen selten Stauwassereinfluss. Sie sind vielmehr ganzjährig gleichmäßig durchlüftet und durchfeuchtet. Ihre Nährstoffreserve kann jedoch stark verschieden sein. Es sind im allgemeinen ertragreiche Waldböden und nach Düngung gute Ackerböden.

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Nährstoffreiche Braunerden:
Entwickeln sich auf mineralischen Gesteinen, wie z.B. Vulkaniten. Tiefgründige, humusreiche Braunerden von meist dunkler Farbe. Sie haben günstige biologische und physikalische Eigenschaften und zeigen neutrale oder nur schwach saure Reaktion. In primär schwach karbonhaltigen, tonreichen Varianten können auch Übergänge zu Lessivés und eine meist nur schwache Pseudovergleyung nachgewiesen werden.
Aus kalkhaltigem Ausgangsgestein entstehen sehr nährstoffreiche Braunerden, bei basenarmen Ausgangsgesteinen, wie Sandstein oder Schiefer, entstehen saure Braunerden.

Nähstoffreiche Braunerden und Regosole:
Findet sich überall dort, wo auf Lockergestein, die erst in jüngerer Zeit der Bodenbildung ausgesetzt wurden (z.B. nach Abtragung stärker entwickelter Böden durch Erosionsprozesse), Regosole entstanden, die nun mit stärker entwickelten Böden (hier nährstoffreiche Braunerden) kleinflächig wechseln.

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Saure, nährstoffarme Braunerden:
Entstehen aus nährstoffarmen Gesteinen (Ton-Schiefer, Gneise, Granite, Grauwacken, Sandsteine) unter günstigen Klima- und Vegetationsbedingungen in Mittel- und Westeuropa.
Im Gegensatz zu den nährstoffreichen Braunerden ist auch der Ah- Horizont nicht mehr so mächtig und humos und geht mit schärfere Grenze in den Bv-Horizont über.
Diese Böden zeigen keine Lessivierung und trotz stärkerer Versauerung keine Podsolierung. Unter biologisch ungünstigeren Verhältnissen geht die Entwicklung auf diesen Gesteinen in der Regel über das Stadium der Podsol-Braunerde zu Podsolböden.
Braunerden sind in den obersten 40 cm von Stauwasser nur unwesentlich beeinflusst.
Braunerden sind auf eisenhaltige und silikatreiche Festgesteine bzw. deren Verwitterungsprodukte beschränkt (Gneis, Granit, Basalt, Gabbro, einige Sandsteine, etc.), sowie auf periglazialen (nacheiszeitlichen), silikatreichen ton- und schluffhaltigen Sanden zu finden. Auf reinem Quarz bzw. quarzreichen Gesteinen (Dünensande, Quarzit) entwickeln sich aus dem Ranker auf Grund des Silikatmangels und der Basenarmut Podsole.

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Eine Verbraunung des Bodens setzt besonders unter Laub- und Mischwäldern ein. Bei der chemischen Verwitterung von Mineralen kommt es zur Freisetzung von Eisen und zu einer Oxidation des Eisens zu Eisenhydroxid (z.B. Goethit) sowie zu einer Neumineralbildung nach Entkalkung. Das Eisenhydroxid färbt den Boden braun.
Der Verbraunungsprozess ist der profilprägende Prozess vieler Böden der gemäßigten Breiten, wurde aber auch in arktischen und antarktischen Böden beobachtet.
Die Eisenfreisetzung erfolgt aus Fe(II)-haltigen Mineralen wie Biotiten, Olivinen, Amphibolen oder Pyroxenen. Gleichmäßige Durchfeuchtung des Bodens ohne lange Frostperioden begünstigen diesen Prozess. Je sauerer der pH-Wert des Bodens, desto mehr Eisen wird freigesetzt und oxidiert.
Der ackerbauliche Wert von Braunerden schwankt sehr stark. Die meisten basenreichen Braunerden werden wegen ihrer Flachgründigkeit oder ihres hohen Steingehaltes nur forstwirtschaftlich genutzt. Die weniger fruchtbaren basenarmen Braunerden können durch Düngung und Wasserzufuhr sehr gut ackerbaulich genutzt werden

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Calcisole sind Böden mit Kalk-Anreicherungen in weniger als 1,25 m Tiefe (Acridisols, Calciorthids und Calcareeous soils).

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Cambisole nennt man verlehmte und verbraunte Landböden. Böden mit Veränderungen in Farbe, Struktur und Textur als Ergebnis der Verwitterung (Braunerden, Kalkbraunerde, Terra fusca, Terra rossa).
Cambisol ist aus den lat. Wörtern cambiare (= wechseln) und solum (= Boden) zusammengesetzt.

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Elluvialboden:

Verwitterungsschutt und Lehm, aus dem die feinkörnigen Bestandteile ausgewaschen sind.

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Feinböden:

Der Begriff Feinboden bezeichnet keinen speziellen Bodentyp. Die Feinböden bestehen aus den drei Gruppen Tone, Schluffe und Sande bzw. zumeist aus den Mischungen dieser drei Gruppen. Eine mittlere Mischung aus allen Dreien wird allgemein als Lehm bezeichnet. So könnte man die meisten Bodentypen auch als Feinböden bezeichnen. Die Beschreibung der Feinböden wird als geologische/archäologische Ansprache vorgefundener Böden benutzt, die weniger auf die zugrundeliegende Bodenentwicklung bzw. der daraus resultierenden Bodentypen eingeht, sondern vielmehr das Verhältnis der oben genannten Feinsubstrate versucht zu beschreiben. So enthalten die Standards zur Feinbodenansprache keine Aussage darüber, ob der Boden z.B. basisch, sauer, lessiviert oder podsolisiert ist. Die Beschreibung des Feinbodens ist eine ergänzende Beschreibung des Bodentyps als Solches, mit festgelegten Abkürzungen: Ton = T, tonig = t , Schluff = U, schluffig = u, Sand = S, sandig = s, Lehm = L, lehmig = l.
Siehe auch das Feinboden-Dreieckdiagramm* und Feinboden- bestimmung mittels Fingerprobendiagnose*. (* = URL wird in einem neuen Browser-Fenster geöffnet)

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Ferralitische Böden:

Niedriges Kieselsäure/Sesquioxid-Verhältnis der Tonfraktion, d.h. relativ viel Eisen- und Aluminiumoxide

siehe auch: Ferralsol, Lateritische Böden, Latosol

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Ferralsole sind sehr tiefgründig verwitterte Böden mit hohem Sesquioxidgehalt (Oxide und Hydroxide von Aluminium, Eisen und Mangan).
Zu den Ferrasolen zählen Tropische Roterden, Tropische Gelberden, Ferralitische Böden und Lateritische Böden.
Ferralsole sind rote (Hämatit) bis gelbe (Goethit), intensiv verwitterte Böden der humiden bis subhumiden Tropen mit mächtigen A-Bws-C-Profilen (w: weathered; s: Sesquioxide). Ferralsole sind tiefgründig und weisen gleitende Horizontgrenzen auf. Trotz hohen Tongehalten haben sie eine hohe Wasserdurchlässigkeit. Die intensive Verwitterung hinterlässt kaum noch verwitterbare Mineralien. Ferralsole weisen tiefe pH-Werte und eine geringe Basensättigung auf. Der Anteil der pH-abhängigen variablen Ladungen ist gross. Die starke Desilifizierung (Silikatverwitterung) bewirkt einen hohen Gehalt an Fe- und Al-Oxiden und dem Tonmineral Kaolinit. Diese in situ Anreicherung von schwerlöslichen Al- und Fe-Oxyden unter extremer Verwitterung wird als Ferralisation oder Ferralitisierung bezeichnet.

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Ferralsole sind unter tropischen Regenwäldern und teilweise laubabwerfenden Wäldern Südamerikas, Afrikas und Südostasiens weit verbreitet. In den ariden Tropen finden sie sich als Reliktböden, die sich während humideren Perioden bildeten. Ferralsole stellen die häufigste Bodenbildung der feuchten Tropen dar und finden sich vor allem auf Flächen mit sehr alter Bodenbildung. Das Nutzungspotential der Ferralsole ist gezeichnet durch gute physikalische jedoch sehr schlechte chemische Bodeneigenschaften. Unter Naturwald wird in einem Stoffkreislauf (Streufall - Streuzersetzung - Nährstofffreisetzung - Nährstoffaufnahme), welcher nur Streu- und Oberbodenhorizonte umfasst, kaum eine Nährstoffauswaschung festgestellt. Nach Rodung des Waldes setzen starker Humusschwund und Nährstoffauswaschung ein und der Boden wird rasch erschöpft. Eine landwirtschaftliche Nutzung ist generell möglich, aber mit intensiver Düngung und Kalkung verbunden. Ferralsole weisen Übergänge zu verschiedenen anderen tropischen Bodengruppen auf. Übernutzung und Erosion können bewirken, dass Ferralsole zu Plinthosolen degradieren.
Ferralsol ist aus dem lat. Wort ferrum (= Eisen), Al[uminium] und lat. solum (= Boden) zusammengesetzt.

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Fluvisole sind spezielle Typen von Auen- und Küstenböden mit oft nur geringer Profildifferenzierung (Auenböden, Alluvialböden, Schwemm- landböden), wie z.B. Böden in trockenen Flußbetten mit verschiedenen übereinandergelagerten Sedimentschichten.

Fluvisol ist aus den lat. Wörtern fluvius (= Fluß) und solum (= Boden) zusammengesetzt.

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Frostschutt & Frostmusterböden:
Über dauernd gefrorenem Untergrund und bei nur sehr flacher sommerlicher Auftauzone sind in der arktischen Tundra meist nackte Felsflächen und Anhäufungen von Frostschutt als Produkt physikalischer (Frost-)Verwitterung verbreitet. Örtlich entwickeln sich bodenähnliche Formen ohne Horizontierung, die sogenannten Frostmusterböden (Polygon- und Streifenböden). Sie entstehen durch Sortierung der Grob- und Feinteile des Schutts im Wechsel von Auftauen und Gefrieren (Kryoturbation).

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Gesteinsrohboden:
Gesteinsrohböden sind Böden aus festen Gesteinen im Anfangsstadium der Bodenbildung. Sie bestehen aus einer geringmächtigen, lückenhaften humosen Decke auf Felsflächen oder Gesteinsschutt (reliefbedingt).

Protoboden-Komplex in hochalpinen Lagen: Klima- und reliefbedingt finden sich in hochalpinen Lagen Böden im Anfangsstadium der Entwicklung, auf dessen Stufe sie verharren (geringe chemische Verwitterung, Abtragungsvorgänge).

Ranker (österr. Rank = Hang) Flachgründige, steinreiche Böden auf steilen Schutthalden silikatischer Gesteine, die aus einem flachen Ah-Horizont bestehen, der in Gesteinsschutt übergeht (Humussilikatböden); A-C-Profil. Siehe auch: Regosole

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Gebirgswiesenböden sind Böden, die oberhalb der Waldgrenze in der Mattenregion vorkommen. Sie besitzen einen humusreichen, dunklen, gut gekrümelten Ah- Horizont. Der in der Regel allmählich in den bräunlich gefärbten, oft geringmächtigen, tonarmen (gehemmte Tonbildung infolge geringer chemischer Verwitterung) Bv-Horizont übergeht. Darunter folgt nach einem flachen, steinreichen Übergangshorizont B/C das feste Gestein.

 

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Gleye (Gleysole), Böden mit starken hydromorphen Merkmalen, besitzen im Gegensatz zu Auenböden einen dauernd hohen Grundwasserstand (stagnierendes oder langsam ziehendes Wasser) und weisen daher im Unterboden eine intensiv graublaue Färbung auf (Reduktion 3-wertiger Eisenverbindungen). Gleye sind meist stärker humos und feuchter als Auenböden und daher ausschließlich für die Grünlandnutzung geeignet. Gleye zählen zu den semiterrestrischen Böden. Semiterrestrische Böden haben sich unter dem Einfluss von Grundwasser entwickelt. Der Grundwasserspiegel steht hier höher als 1,3 m unter Flur. Der Oberboden wird von aufsteigendem Grundwasser geprägt. Teilweise liegt der Oberboden im Grundwasserschwankungsbereich. Der Grundwasser- einfluss reicht zeitweilig bis 40 cm unter die Bodenoberfläche. Der Name Gley geht auf das deutsche Wort Klei (=entwässerter Schlick, Schlamm) zurück.
Der typische Gley besitzt folgende Horizontabfolge:
Ah = Mineralhorizont im Oberboden mit angereichertem Humusmaterial
Go = rostfarbener Oxidationshorizont
Gr = stets nasser fahlgrauer bis graugrüner oder blauschwarzer Horizont.

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Gleye entstehen unter dem Einfluss sauerstoffarmen Grundwassers. In dem ständig nassen Gr-Horizont typischer Gleye herrschen ständig reduzierende Bedingungen, weil das Grundwasser in Auenbereichen oder Senken nur langsam zieht. Sauerstoffmangel führt zur Lösung von Eisen und Mangan, die mit dem Grundwasser kapillar aufsteigen und im Go-Horizont als Oxide ausgefällt werden. Ein Teil des Eisens und Mangans verbleibt jedoch in Form grau-blau gefärbter Eisen und Mangan-Verbindungen sowie schwarzen Eisensulfiden im Grundwasserbereich.
Bei Grundwasserabsekungen wird der Gr-Horizont meist rasch in größere Tiefe verlagert, während die Ausbildung des Go-Horizontes meist einige Zeit erhalten bleibt.
Bei stärkeren Grundwasserabsenkungen treten folgen Auswirkungen auf:
Auswaschung von Nährstoffen: durch verstärkte Auswaschung durch Niederschläge in tiefere Bodenhorizonte kommt es langfristig zu einer Nährstoffverarmung im Oberboden. Sandige Gleye mit einem geringem Anteil an organischer Substanz neigen dazu bei Austrocknung zu verhärten. Dies führt zu einer schlechteren Durchwurzelbarkeit und vermindeter Wasserdurchlässigkeit.

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Durch eine bessere Durchlüftung kommt es zur Bildung von H2SO4 aus FeS2 und einer Herabsetzung des pH-Wertes, die einen Wert bis zu pH 2 (stark sauer) erreichen kann. Gleye sind die natürlichen Standorte hygrophiler (nässeliebender) Pflanzengesellschaften wie Bruchwälder. Die forstliche Eignung ist sehr gut, vor allem beim Anbau von Baumarten mit hohem Wasserverbrauch wie Pappeln, Eschen oder Erlen. Bei nicht zu hohem Grundwasserstand können Gleye auch als Wiesen oder Weiden genutzt werden. Die ackerbauliche Nutzung von Gleyen ist nur bei Gleyen mit sehr niedrigem Grundwasserstand oder nach vorhergehender Entwässerung möglich. Der Name Gley kommt aus dem Russischen und bedeutet feuchter schwerer Boden.
Der Prozess der Vergleyung ist durch die Mobilisierung und Imobilisierung von Eisen-und Manganoxyden durch Redoxreaktionen bei Vernässung mit Ausbildung von oxidierten und reduzierten Phasen in unterschiedlichen Horizonten gekennzeichnet. Bei dauerndem oder zeitweiligem Grund- wassereinfluß reduziert sich im luftabgeschlossenen Bereich FeIII (braun) zu FeII (hellgelb und löslich). Manchmal bildet sich Pyrit (FeS2), was zu einer bläulichen Färbung führt. In der Schwankungszone (Go), welche zeitweise reduzierend und zeitweise oxydierend reagiert, fällt FeIII aus, was zu braunen Flecken oder Streifen führt.
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Gleypodsole und Moor-Podsolböden:

Übergang zwischen Gley und Podsol. Siehe auch Stagnogley.
Die nördliche Taiga (Sumpftaiga, Waldtundra) bildet den Übergangs- bereich zwischen den Subzonen der Tundragleyböden im Norden und der Podsolböden im Süden. Es kommt hier gegenüber den Tundragleyböden unter geschlossener Vegetationsdecke (Nadelhölzer, Beersträucher und Moose) bei gehemmter biologischer Tätigkeit zu einer stärkeren Rohhumusansammlung. Gleichzeitig erfolgt auf Grund schwacher Verdunstung und Wasserundurchlässigkeit des Untergrundes (Dauerfrost und verdichtete Illuvialhorizonte) ein jahreszeitenperiodischer aber langandauernder Wasserstau im Oberboden (verstärkt durch die verzögerte Drainage der nach N entwässernden Flüsse).

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Im Wechsel von langer Vernässung und kurzzeitiger Austrocknung überlagern sich die Prozesse der Vergleyung und Podsolierung. In ebenen Lagen führt das zur Bildung von Gley-Podsolen, während am Hang die Podsolierungstendenz überwiegt. In Depressionen hingegen entwickeln sich bei andauernder Durchnässung Moorböden, wobei Moor-Podsolböden als Übergangsformen zwischen Moorböden und Podsolböden sehr verbreitet sind.

Wegen der langdauernden Vernässung und der Nährstoffarmut infolge gehemmter chemischer Verwitterung und gedrosselter biologischer Prozesse sind alle diese Böden nahezu unfruchtbar.

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Graubrauner Wüstenboden:
Graubraune Wüstenböden nehmen die aridesten Teile der hohen Mittelbreiten ein und gehen häufig in bodenähnliche Formen wie Flugsande, Takyre u.a. über.
Sie ähneln in vielem den Braunen Halbwüstenböden. Minimale Humusbildung (1% und weniger), eine meist schwache Solonezierung im oberen und Salzanhäufung im unteren Teil des Profils (vor allem Gips).
Sie unterscheiden sich von den Braunen Halbwüstenböden vor allem dadurch, dass das Maximum der Karbonatanreicherung nicht bei 30-50 cm, sondern an der Oberfläche liegt.
Diese Böden erlauben nur eine extensive Weidenutzung nach episodischen Niederschlägen.

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Graue Waldböden (Greyzeme):
Graue Waldböden entwickeln sich auf primär karbonhaltigen Lockergesteinen (z.B. Löß) unter Laubwäldern innerhalb der Waldsteppe dort, wo Steppen mit Waldkomplexen abwechseln.
Die Dynamik der Böden wird einerseits durch eine kräftige Lessivierung bestimmt, andererseits durch eine verhältnismäßig günstige biologische Tätigkeit.
Letztere führt zu einem humosen dunkelgrauen Ah-Horizont, der für Waldböden recht mächtig entwickelt ist (bis 30 cm).
Unter diesem folgt ein 10-20 cm mächtiger, grauer bis hellgrauer, schluffreicher Eluvialhorizont (Al), darunter ein brauner dichter Illuvialhorizont (Bt) mit polyedrischem bis prismatischem Gefüge, der in einer Tiefe von 100 bis 160 cm in einen Karbonatanreicherungshorizont (Cca) übergeht.
Greyzem ist aus dem engl. Wort grey (= grau) und dem russ. Wort zemlja (= Erde) zusammengesetzt.

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Gypsisole nennt man (aride) Böden mit Gipsanreicherungen in weniger als 1,25 m Tiefe.

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Histosole nenn man Böden mit starker Anreicherung organischer Substanzen, wie Moor- und Torfböden.

Histosol ist aus dem griech. Wort histos (= Gewebe) und dem lat. Wort solum (= Boden) zusammengesetzt.

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Symbole und Definitionen für Haupthorizonte:

Organische Horizonte (Das organische Material beträgt über 30% der Masse [= ca. 60% des Volumens]):

L
: Streu; weitgehend unzersetzte (frische) Pflanzensubstanz an der Bodenoberfläche (L = engl. litter); < 10% des Volumens ist organische Feinsubstanz (wurde früher auch als Ol-Horizont bezeichnet).

O: Humusansammlung über Mineralboden, sog. "Trockenhumus"; organischer Auflagenhorizont (O = organisch); > 10 Vol.-% organische Feinsubstanz.
    Of: Hoher Anteil fermentierter (zersetzter) Feinsubstanz
    Oh: Überwiegender Humusanteil in der Feinsubstanz

H: Torf. An der Oberffläche aus Resten torfbildende Pflanzen entstanden. Durch Wasser wird der Abbau der Pflanzenreste gehemmt.
    nH: Niedermoortorf
    hH: Hochmoortorf

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Mineralische Horizonte (weniger als 30% organisches Material):

A: Mineralischer Oberbodenhorizont mit Akkumulation organischer Substanz und/oder Verarmung an mineralischer Substanz. Stark humushaltig (bis 15%), dunkel gefärbt.
(Aa; Ae; Ah; Ai; Al; Ap)

B: Mineralischer Unterbodenhorizont. Farbe und Stoffbestand des Ausgangsgesteins verändert durch Akkumulation von eingelagerten Stoffen aus dem Oberboden A und/oder durch Verwitterung und mit weniger als 75% Festgesteinsresten. Besteht hauptsächlich aus verwittertem Muttergestein.
(Bh; Bs; Bt; Bbt; Btv; Bv; Bbv)

C: Mineralischer Untergrundhorizont; Gestein, das unter dem Boden liegt, in der Regel das nicht verwitterte Ausgangsgestein, aus dem der Boden entstanden ist, Muttergestein.
(Cn; Cv; lC; mC)

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P: Mineralischer Unterbodenhorizont aus Ton- oder Tonmergelgestein (P = Pedosol).
T: Mineralischer Unterbodenhorizont aus dem Lösungsrückstand von Carbonatgesteinen, die über 75% Carbonat enthalten. (T von terra rossa und Terra fusca)
S: Mineralbodenhorizont mit Stauwassereinfluß, zeitweilig oder ständig luftarm (S = Stauwasser); (Sw, Sd).
G: Mineralbodenhorizont mit Grundwassereinfluß (G = Grundwasser);
     (Go; Gr).
M: Mineralbodenhorizont des Kolluviums, Äoliums und des durch den Fluß angelagerten Braunen Auenbodens (M = lat. migrare = wandern).
F: Subhydrischer Bodenhorizont: Horizont am Gewässergrund, in der Regel >1 Masse-% organische Substanz

Von Menschen gemachte Horizonte:
E: aus aufgetragenem Plaggenmaterial, abgehobene Grasnarbe oder Horizont
R: Mischhorizont, durch tiefgreifenden Umbruch entstanden (R = Rigosol)
Y: durch künstliche Aufschüttung entstandener Horizont

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Kleinbuchstaben NACH Großbuchstaben des Horizonts: Merkmale der Bodenbildung:
a: anmoorig
b: bandförmige Anreicherung
c: Carbonat
d: dicht (stauwasserstauend)
e: eluvial (= ausgewaschen)
f: Förmultningstiktet = Fermentation (Zersetzung)
g: Haftnässe
h: humos, Akkumulation von eingewaschenen Huminstoffen
i: initial (geringmächtige Akkumulation organischer Substanz)
k: Konkretion (massige Anreicherung)
l: lessiviert = an Ton verarmt
m: massiv
n: neu, frisch
o: oxidiert
p: gepflügt
q: Knickhorizont in Marschböden
r: reduziert

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s: angereichert mit Sesquioxiden (Oxide und Hydroxide von Aluminium, Eisen, Mangan)
t: Tonanreicherung
u: rubefiziert, ferralitisiert (gerötet)
v: Verbraunung, Verlehmung; Eisenoxidation, Mineralneubildung; ver- wittert
w: stauwasserleitend
z: Salz

Kleinbuchstaben VOR Großbuchstaben des Horizonts: Merkmale durch geologische oder von Menschen bedingte Prozesse:
a: Auenlage
f: fossil
h: Hochmoor
j: juvenil durch menschliche Tätigkeit
l: Lockersubstrat
m: Festgestein (massiv)
n: Niedermoor
o: Windanwehung
r: reliktisch

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w: wassertransportiert
u: Übergangsmoor
y: Kunstsubstrat
z: primär salziges Substrat

 

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Die wichtigsten Bodenklassifikationen sind:
Acrisol, Alisol, Andosol, Anthrosol, Arenosol, Calcisol, Cambisol, Chernozem, Ferralsol, Fluvisol, Gleysol, Greyzem, Gypsisol, Histosol, Kastanozem, Leptosol, Lithosol, Lixisol, Luvisol, Nitisol, Phaeozem, Planosol, Plinthosol, Podzol, Podzoluvisol, Ranker, Regosol, Rendzina, Solonchak, Solonetz, Vertisol, Xerosol, Yermosol.

Untergliederung der Klassifikation durch folgende Adjektive:
Albic: gebleicht; Calcaric: kalkhaltiges Material vorhanden; Chromic: kräftig gefärbt; Dystric: unfruchtbar, niedrige Basensättigung; Eutric: fruchtbar, hohe Basensättigung; Ferralic: hohe Sesquioxidanteile (Oxide und Hydroxide von Aluminium, Eisen, Mangan); Ferric: rostfleckig oder Eisenakkumulation; Gelic: Permafrost im Unterboden: Haplic: normale Horizontfolge: Humic: reich an organischem Material; Luvic: Tonakkumulation im Unterboden; Orthic: 1988 durch Haplic ersetzt; Plinthic: eisenreiche (rostfleckige) Tone, verhärten irreversibel bei Austrocknung; Rhodic: rot bis dunkelrot

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Humus:
Humus (organisches Material) setzt sich aus abgestorbenen Pflanzenteilen, aus toten Lebewesen sowie aus neugebildeten Um- und Abbauprodukten, den sog. Huminstoffen, zusammen. Humus besitzt im allgemeinen ein grosses Wasserspeichervermögen, stellt ein Nährstoff- reservoir dar und speziell die Huminstoffe zeichnen sich dadurch aus, dass sie ein hohes Bindungsvermögen für Nährstoffe besitzen.
Humus ist die gesamte abgestorbene Biomasse und deren Um- wandlungsprodukte, doch ist in der Praxis meist die tote nicht einwandfrei von der lebenden Substanz zu trennen.
Huminstoffe (= Humusstoffe) sind die neu geschaffenen Abbau- und Umwand- lungsprodukte. Aus den ursprünglich in den Organismen vorhandenen organischen Verbindungen (Kohlehydrate, Eiweisse, Fette, Wachse, Lignin, Gerbstoffe, etc.) sowie ihren mineralischen Verbindungen werden durch die komplexen mikrobiellen und biochemischen Prozesse Huminstoffe synthetisiert und anorganische Verbindungen freigelegt. Unter gleichbleibenden äusseren Bedingungen stellt sich im Oberboden ein Gleichgewicht zwischen Humusanlieferung und Humusabbau ein, woraus ein für einen Boden charakteristischer Humusgehalt resultiert.

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Der Prozess der Humifizierung findet vor allem statt, wenn der pH-Wert nicht extrem sauer oder basisch ist, wenn im Boden genügend Nährstoffe für die Mikroorganismen vorhanden sind, wenn die Streu gut zersetzbar ist (niedriges Verhältnis C:N, da Mikroorganismen für die Körpersubstanz vor allem N benötigen), wenn Luft-, Feuchtigkeits- und Temperatur- verhältnisse für die mikrobiellen Prozesse günstig sind.
Der Gehalt an organischer Substanz ist beispielsweise in Böden des gemässigten Klimabereichs im allgemeinen niedriger, je höher die Jahresmitteltemperatur ist, da mit höherer Temperatur der Abbau stärker gefördert wird als die Produktion. Höhere Niederschläge haben wiederum eine abbauhemmende Funktion, wegen länger möglichen anaeroben Phasen im Boden, zur Folge, womit der Humusgehalt wieder ansteigt. Ebenfalls abbauhemmend (und damit humuserhöhend) wirken sich unter Umständen längere Trockenheitsphasen aus. Ebenso können kleinräumig südexponierte Hänge niedrigere Humusgehalte als die nordexponierten aufweisen, da bei höherer Temperatur der Abbau beschleunigt ist, aber auch der umgekehrte Fall ist denkbar, wenn bei zu grosser Trockenheit in Südexposition der Abbau wieder stark gehemmt ist.

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Huminstoffe werden grundsätzlich in die drei Fraktionen Fulvosäuren, Huminsäuren und die Humine (nach Lauge- bzw. Säurelöslichkeit) aufgeteilt, auch wenn dies wissenschaftlich nicht klar begründet ist, da die Übergänge zwischen den Fraktionen gleitend sind. Fulvosäuren sind meist durch niedriges Molekulargewicht und höheren Gehalt an funktionellen Gruppen (Carboxylgruppen) von den Huminsäuren zu unterscheiden. Sie sind teilweise wasserlöslich und vermögen Metallionen komplex zu binden. Sie entstehen vorwiegend bei geringer biologischer Aktivität (also beispielsweise in sauren und nährstoffungünstigen Böden [Podsole]). Huminsäuren besitzen ein höheres Molekulargewicht, weniger funktionelle Gruppen und sind in Wasser schwer löslich. Humine sind relativ reaktionsträge, schwarz gefärbte Ballaststoffe.
Dauerhumus ist, wie der Name sagt, ein langsam abbaubarer Nährstofflieferant für die Pflanzen und Mikroorganismen.
Huminstoffe sind wegen ihren funktionellen Gruppen sehr oberflächenaktive Substanzen und können wie die Tonminerale Nährstoffionen adsorbieren. Bei normalen pH-Verhältnissen im Boden (schwach bis mässig sauer) sind sie wie die Tonminerale negativ geladen.

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Aufgrund ihrer komplexen und porösen Struktur besitzen Huminstoffe ein grosses Wasserbindungsvermögen. Durch Bindungen zwischen Huminstoffen und mineralischen Komponenten (organo-mineralische Verbindungen, Ton-Humuskomplexe) wird im Boden ein stabiles Aggregatgefüge erzielt. Gleichzeitig werden die Huminstoffe dadurch lange Zeit vor einem mikrobiellen Abbau geschützt.

Alle Humussubstanzen eines Bodens von der Streu bis zu den Huminstoffen liegen je nach den Standortverhältnissen in ganz unterschiedlicher Ausprägung, Zersetzung und Horizontkombination vor. Diese unterschiedlichen aber charakteristischen Erscheinungsformen des Humus bezeichnet man als Humusformen .

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Hydromorphe bzw. semi-terrestrische Humusformen:
Feuchthumusformen (Feuchtmull, etc.), Anmoor (bei fast ständig hohem Grundwasserstand werden Huminstoffe nicht mehr weiter abgebaut, was zu einem sehr hohen Humusgehalt führt) und Torfe.

Terrestrische Humusformen:
Rohhumus, Moder, Mull.
Die einzelnen Humusformen werden nicht überall in der Literatur genau gleich angesprochen. Oft wird auch der Fehler gemacht, beim Ah von einem "Mullhorizont" oder bei der Streuschicht von einem "Rohhumus" zu sprechen, also Einzelhorizonte mit der Humusform zu benennen.

Mull: Mull bildet sich unter günstigen, nährstoffreichen Bedingungen, wodurch die Streu rasch abgebaut und humifiziert wird. Die Huminstoffe sind durch die reich vorhandene Bodenfauna gänzlich in den Mineralboden eingearbeitet, Ton-Humuskomplexe sind sehr häufig, die Bodenreaktion ist schwach sauer bis alkalisch, das C/N-Verhältnis niedrig
(10-15). Es existiert faktisch nur der Ah-Horizont, der sehr mächtig sein kann, die Streu wird innerhalb eines Jahres abgebaut.

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Mull findet man vor allem unter Steppen- und Laubwaldvegetation sowie bei vielen Wiesen- und Ackerstandorten. Der Ah-Horizont ist meist nur sehr unscharf vom darunter liegenden B-Horizont zu trennen, da die intensive Bioturbation die Grenze stark verwischt.

Rohhumus:
Diese Humusform, bei der die Auflagehorizonte dominieren, entsteht unter schlechten Standortbedingungen: nährstoffarme saure und grobkörnige Substrate, Vegetation mit schlecht abbaubarer Streu (Heide, Koniferen) und wenig Nährstoffkationen, C/N-Verhältnis 30-40. Beim Rohumus fehlt der Ah-Horizont fast vollständig. Es dominieren L- und F-Horizont, in feuchteren Regionen ist oft ein mächtiger H-Horizont vorhanden. Rohhumus ist vor allem im kühlfeuchten Klima verbreitet (subalpine Stufe, boreale Nadelwälder) auf silikatischem Material, selten auch auf grobblockigem Karbonatgestein. Im Rohumus entstehen Fulvosäuren als Huminsäurevorstufen, die aufgrund ihrer niedermolekularen Form und leichten Löslichkeit den ganzen Boden durchdringen und damit zur zunehmenden Versauerung beitragen.

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Moder:
Zwischenform zwischen Mull und Rohhumus. Meist sind alle Auflagehorizonte vorhanden, aber unscharf gegeneinander abgegrenzt. Ein Ah-Horizont ist ebenfalls ausgebildet, aber deutlich von geringerer Mächtigkeit als beim Mull. Die Grenze gegen den darunter befindlichen B-Horizont ist recht deutlich ausgebildet.

Typischer Mull
Moderartiger Mull
Mullartiger Moder
Typischer Moder
      feinhumus-arm
      feinhumus-reich
Rohhumusartiger Moder
Typischer Rohhumus
      feinhumus-arm
      feinhumus-reich

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Hydromorphe Böden:

Hydromorphe Böden verdanken ihre Entstehung und Dynamik überwiegend dem Zuschusswasserzufluss (Grund- und Stauwasser) und finden sich daher meist kleinflächig in Geländehohlformen (Flusstälern, abflusslosen Becken) und in Ebenen mit gehemmter Drainage sowie an Meeresküsten.

 

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Illuvialboden:

Vorwiegend aus eingeschwemmtem Material bestehender Boden / Horizont.

 

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Intrazonale Böden:
Böden, die vorwiegend den außerklimatischen Faktoren der Bodenbildung ihre Entstehung und Dynamik verdanken, wie etwa den Besonderheiten der mineralischen Gesteinszusammensetzung, dem Zuschusswasser- einfluss (Grund- und Stauwasser), dem Relief usw.
Obwohl die intrazonalen Böden in vielen Eigenschaften ganz wesentlich von den zonalen abweichen, sind sie doch bis zu einem gewissen Grade klimaabhängig, da ihr Vorkommen meist an bestimmte Klimazonen gebunden ist. So findet man z.B. im gemäßigten Klimabereich der hohen Mittelbreiten unter Grundwassereinfluss in Tallage Auenböden und Gleys, in ariden Klimaten hingegen Salz- und Alkaliböden . Intrazonale Böden treten gewöhnlich gegenüber zonalen flächenmäßig zurück, können diese aber auch an Ausdehnung übertreffen, wie z.B. in Mitteleuropa, wo unter ausgeglichenem Klima starke Gesteinsunterschiede bestehen.

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Kaolisole:

siehe: Lateritische Böden

 

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Kastanienfarbener Boden:
Kastanienfarbene Böden sind Bildungen der Kurzgras- oder Trocken- steppe, entwickeln sich unter semiarid-kontinentalen Klimabedingungen und finden sich auf der trockenen Seite der Tschernoseme.
Geringe Mengen pflanzlicher Rückstände und ihr intensiver Abbau führen hier im Vergleich zu den Tschernosemen zu niedrigeren Humusgehalten (2,5-4,5%). Die Mächtigkeit des kastanienfarbenen Ah- Horizontes liegt bei maximal 50-60 cm. Fehlende oder geringe Auswaschungen bedingt ein stärkeres Auftreten von Karbonaten, die sich bereits bei 30-40 cm einstellen und etwas darunter einen verdichteten Anreicherungshorizont bilden. Bei ca. 100 cm findet sich oft Gips, bei 150-200 cm und im Ausgangsgestein (vor allem, wenn es mariner Herkunft ist) in manchen Böden leicht lösliche Salze (NaCl und Na2SO4).

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Diese Salze gewinnen für die Eigenart der bodenbildenden Prozesse eine besondere Bedeutung. Sie sind verantwortlich für das Vorkommen einer, wenn auch meist nur schwachen Solonezierung. Genügend tief wurzelnde xerophytische Halbsträucher (z.B. Wermut) nehmen mit ihren Wurzeln Salze auf und bringen nach ihrem Absterben diese in den Oberboden, wo es zu einer Anreicherung von Natrium, bei Befeuchtung zur Bildung und Peptisation von Na-Kolloiden kommt. Das Vorhandensein größerer Mengen an Natrium, das mit einer bestimmten Alkalität des Bodens (bis pH 9) verbunden ist, wird von den Kulturpflanzen im allgemeinen schlecht ertragen. Solonezierte Kastanienfarbene Böden bedürfen daher der Meliorierung.

Gebiete mit Kastanienfarbenen Böden sind bei genügender und zweckmäßiger Bewässerung wichtige landwirtschaftliche Produktions- räume. Nach Humusgehalt und Mächtigkeit werden die Kastanienfarbenen Böden in folgende 2 Subtypen gegliedert:

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Dunkle Kastanienfarbene Böden:
Sie besitzen noch einen Humusgehalt von 3-5%. Die Mächtigkeit des Ah-Horizontes schwankt zwischen 40 und 60 cm. Nach äußeren Merkmalen und nach ihren Eigenschaften stehen diese Böden den südlichen Tschernosemen nahe.

Helle Kastanienfarbene Böden:
Sie enthalten nur noch etwa 2-4% Humus, bei einer Mächtigkeit des Ah-Horizontes von 25-35 cm.
Die karbonat- und gipshaltigen Horizonte liegen näher an der Oberfläche als bei den Dunklen Kastanienfarbenen Böden. Sie weisen häufiger Solonezierungserscheinungen auf und besitzen deutliche Übergangs- merkmale zu den Braunen Halbwüstenböden.

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Kastanozeme nennt man die kastanienfarbigen Böden der trockenen Steppen ( Braune Steppenböden, Kastanienfarbene Böden, Buroseme)

Kastanozem ist aus dem lat. Wort castanus (= Kastanie) und dem russ. Wort zemlja (= Erde) zusammengesetzt.

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Kolluvium: Zum Hangfuß durch Hangabtragung verfrachtetes Material.

 

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Lateritische Böden:
Latosole, Kaolisole, Ferrallitische Böden; in perhumiden bis humiden Bereichen des tropischen Regenwaldes, Feuchtsavanne und Monsunwälder:
Stark verwittert und ausgelaugt, nährstoffarm mit tiefgründigem Solum; undeutlicher oder fehlender Horizontaldifferenzierung nach Textur und Gefüge; dünne Humusauflage und ein schwach humoser Ah-Horizont; rote Farbe oder rötlicher Farbstich anderer Farben; niedriges Kieselsäure/Sesquioxid-Verhältnis der Tonfraktion, d.h. relativ viel Eisen- und Aluminiumoxide (ferralitische Zusammensetzung); geringe Sorbtionskapazität, da sorptionsfähige 3-Schicht-Tonminerale fehlen und nur der sorptionsschwache Kaolinit in größeren Anteilen vorkommt; niedriger Gehalt an primären, verwitterbaren Mineralien; niedriger Gehalt an leichtlöslichen Substanzen; relativ hohe Gefügestabilität bei hoher Porosität und Permeabilität (verhältnismäßig große Widerstandskraft gegen Erosion).

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Latosole:

In Südamerika kommen fahlgelbe, rotgelbe und Areno-Latosole sowie Terra-roxa vor.

Siehe auch: Lateritische Böden

 

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Leptosole sind schwach entwickelte, flachgründige Böden über Festgestein oder steinigem Lockermaterial. Zu den Leptosolen gehören Rendzinen, Ranker und Lithosole

Siehe auch: Syroseme

 

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Lessivé:
Lessivés und Lessivé-Pseudogleye entstehen in Mittel- und Westeuropa unter Laub- und Mischwäldern aus primär karbonhaltigen Lockergesteinen (Löße, Sande, Schotter, Mergel ). Nach Auswaschung der Karbonate, die sich meist im Unterboden im Cca-Horizont anreichern, wird ein Teil der Tonsubstanz mobil und bei nur schwach saurer Reaktion in den Unterboden verlagert (keine Podsolierung, da Tonminerale erhalten bleiben).

Im Oberboden entsteht unter dem geringmächtigen Ah-Horizont ein an Ton und Eisen verarmter und daher fahler, schluffreicher Al-Horizont (Lessivierungshorizont).

Lessivierung (Tondurchschlämmung) nennt man die Mobilisierung und Verlagerung von Tonteilchen aus dem Oberboden in den Unterboden mit Bildung von Tonhäutchen im Tonanreicherungshorizont (z.B. Parabraunerden ). Bei der Einschlämmung des Tons aus dem Oberboden in den Unterboden durch einsickerndes Niederschlagswasser kommt es zur Bodenverdichtung und damit verbunden zur Staunässebildung.

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Im Unterboden, der bereits durch die Wegfuhr der Karbonate zusammengesackt scheint, bildet sich durch die Toneinlagerung ein stark verdichteter Bt-Horizont (Tonanreicherungshorizont), über dem es auf Grund seiner geringen Durchlässigkeit zu zeitweiligem Wasserstau (in ebenen Lagen) kommt und der eine mehr oder weniger starke Pseudovergleyung (Vergleyung durch Stauwassereinfluß) bedingt. Der Oberboden nimmt ein geflecktes, von grauen Reduktionsfarben beherrschtes Aussehen an (Lessivé-Pseudogley).

In ihrer Fruchtbarkeit stehen die Lessivé den Rasenpodsolböden nicht nach. Pseudovergleyte Formen zeigen jedoch ungünstigere physikalische Eigenschaften.

Die Lessivés werden in Nordamerika "Gray-brown podzolic soils" genannt.

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Lessivés und Podsolböden: In West- und Mitteleuropa sehr verbreitet. Sie sind überall da zu finden, wo nährstoffarme (quarzitische Sande) mit nährstoffreichen, karbonathaltigen ( Löß, Mergel usw.) meist quartären Ablagerungen kleinflächig wechseln.

Lessivés und nährstoffreiche Braunerden: Innerhalb der Mittelgebirgszone Mittel- und Westeuropas kommt es häufig zu einem kleinflächigen Wechsel karbonathaltiger Lockergesteine und nährstoffreicher aber karbonatfreier Gesteine.

Lessivés und tschernosemähnliche Prärieböden: Finden sich im Randgebiet der pannonischen Steppen.

 

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Lithosol wurde bis 1988 als Oberbegriff für schwach entwickelte Böden aus Festgestein, wie Syroseme, Gesteinsrohböden und Schutt- oder Skelettböden gebraucht

Lithosol ist aus dem griech. lithos (= Stein) und dem lat. solum (= Boden) zusammengesetzt.

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Lixisole sind lessivierte Böden mit niedriger Austauschkapazität und hoher Basensättigung im Bt-Horizont. Es sind stark verwitterte Böden, welche sich meist aus Lockergestein entwickeln. Sie weisen eine Tonverlagerung und damit die Horizontabfolge A-Bt-C auf. Lixisole sind vergleichbar mit Acrisole , weisen aber eine höhere Basensättigung und höhere pH-Werte auf. Dies führt zu einer besseren Bodenstruktur als in Acrisolen. Lixisole entstehen unter intensiver tropischer Verwitterung (Desilifizierung), welche jedoch noch nicht so weit fortgeschritten ist wie bei den Acrisolen. Lixisole finden sich hauptsächlich in den subtropischen Regionen mit saisonalen Trockenzeiten und in Gebieten mit Staubdeposition (z.B. Sahel-Zone). Hauptverbreitungsgebiete sind Afrika (50 % aller Lixisols), Süd- und Zentralamerika. Lixisole sind aufgrund der mässigen Nährstoffversorgung als eher unfruchtbar anzusehen. Aufgrund der geringen Aggregatsstabilität sind sie zudem sehr erosionsgefährdet. Um Düngeverlust zu vermeiden ist ackerbauliche Nutzung meist mit Düngung und Kalkung verbunden. Die natürliche Vegetation besteht weitgehend aus Savanne und offenem Waldland.
Von lat. lixiva (= Waschlauge); Hinweis auf Tonanreicherung und starke
Verwitterung.

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Löß:
Ein lockeres, kalkhaltiges, tiefgründiges, vorwiegend schluffiges, gelbes bis gelbbraunes, im Oberboden oft lehmiges Sediment, welches Winde der Nacheiszeit in manchen Gegenden zusammengeweht haben. Es ist als lockeres Sedimentgestein, das aus der Zerstörung anderer Gesteine (klastisches Gestein) entstanden ist und anschließend abgelagert wurde, anzusehen und nicht als Boden.

Löß ist ein auf der ganzen Welt weit verbreitetes Sediment. Die mächtigsten Lößdecken findet man in Ostasien, insbesondere in China. Entlang des Huang He (Gelber Fluss) steht Löß in Decken von bis zu 400m an, aber auch in den weiten Ebenen der argentinischen Pampa sind mächtige Lösssedimente zu finden. Der Löß der argentinischen Pampa entstand durch die äolische Verfrachtung vulkanischer Asche. Er unterscheidet sich daher deutlich von Lössgebieten Mittel- und Osteuropas.

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In seiner klassischen Definition kommt Löß während trockenkalter Klimaphasen zur Ablagerung. Aus vegetationslosen Solifluktionsgebieten, Moränengebieten oder Flussbetten wird das feinere Material ausgeblasen. Das gröbere Material (Flugsande) kommt nach kürzerem Transport wieder zur Ablagerung, feinere (Schluffe) Bestandteile können viele Kilometer transportiert werden und lagern sich an besser bewachsenen Plateaus und Hängen, oder an Leelagen wieder ab. Löß ist primär ein äolisches Sediment, eine durch äolische Akkumulation von Staub entstandene Ablagerung von gelblicher Farbe.

Der Löß in Mitteleuropa stammt aus der Eiszeit. Die Winde wehten den Staub aus den Sanderflächen und Schotterfluren im Vorland des Eisrandes heraus und lagerten ihn in den vegetationsbedeckten Randzonen ab. Die Lößteilchen sind der feine Abrieb der Gletscher beim Rutschen über die Gesteinsflächen. Der Abrieb enthält deshalb Mineralien aus allen Gesteinen des Gletscher-Einzugsgebietes, er ist sehr mineralienreich und damit sehr fruchtbar.

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Durch seinen hohen Gehalt an Quarz zählt man Löß zu den Silitsteinen. Er besteht aus gleichmäßigem, äußerst feinem, von 8 bis 20% Kalk-Bruchstücken durchsetztem Quarzstaub. Verfestigt wird er durch ein toniges Bindemittel, das durch Eisenhydroxide gelblich eingefärbt ist. Zudem ist Löß mit wechselnden Mengen Feinsand durchmischt, sein Anteil am Gemenge kann bis zu 20% ausmachen.

Die charakteristisch gute Sortierung des Löß und die vorherrschend eckige Form der Körner rührt daher, dass die Bestandteile des Löß durch Wind ausgeblasen und transportiert wurden. Auffallend ist die hohe Standfestigkeit von Lösswänden an Berghängen und in Hohlwegen. Das durch den Wind angeblasene Sediment ist gewöhnlich ungeschichtet, unverfestigt und sehr porös, kann jedoch bei späterer Umlagerung durch Wasser eine Schichtung erhalten (Schwemmlöß).

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Bei Überanspruchung durch landwirtschaftliche Nutzung kann es zu einer schnell fortschreitenden Verwitterung der Lößböden kommen. Der damit einhergehende Verlust an Bindungskraft kann insbesondere bei starken Niederschlägen zum Auftreten von Bodenrutschen, Grabenbildung und ähnlichen Phänomenen führen.

In Westeuropa tritt Löß sehr verbreitet auf mit Mächtigkeiten von bis zu 40m.
Lößgebiete werden in Süddeutschland auch als Gäulandschaften, in Norddeutschland als Börden bezeichnet.
Volkstümliche Bezeichnungen für Löß in Südwestdeutschland (Ortenau, Kaiserstuhl) sind u.A. auch Leimen oder Mergel. Geologisch gesehen ist Mergel jedoch etwas anderes.

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Bekannte Lößgebiete sind die Hildesheimer Börde in Niedersachsen, der Kaiserstuhl (Baden), der Kraichgau im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland, der Gäuboden in Niederbayern, die Wetterau in Hessen sowie die Magdeburger Börde in Sachsen-Anhalt, die Soester Börde in Nordrhein-Westfalen, die Leipziger Tieflandsbucht, die Oberlausitz und die Lommatzscher Pflege in Sachsen. In Polen setzt sich diese, aus Deutschland hinüber reichende Zone in Schlesien und Kleinpolen fort. Hier schließen sich die Schwarzerdegebiete der Ukraine an.
Auch die Böden der Niederrheinischen Bucht sind besonders fruchtbar durch ihren hohen Anteil an Löß, der während der Eiszeiten dort abgelagert wurde.

Das Mittel- und Niederrheingebiet stellte im Quartär ein Gebiet polygenetischer Sedimentbildung mit rezessiven Phasen von Lößbildung dar. Löß und lößähnliche Ablagerungen bilden eine komplexe Gruppe von Decksedimenten mit undeutlichen lithologischen Grenzen und vielen polygenetischen Übergangsformen. Sie stellen die typische Situation einer stark ausgeprägten lithologischen und texturellen Konvergenz von staubgesättigten quartären Ablagerungen in Mitteleuropa dar.

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Es existieren zwei Formen des Lösses: feinkörnige (d50=0,01-0,016 mm), texturell homogene Sedimente des langfristigen, überregionalen, äolischen Transportes und grobkörnige (d50=0,016-0,036 mm) homogene und heterogene Ablagerungen des lokalen Windtransportes entlang von Flußterrassen und in durch Windumlagerungen gekennzeichneten Gebieten.
Der wesentliche Bestandteil des Löß ist Quarz, daneben findet man meist auch Glimmer, Feldspat (Albit [Natronfeldspat], Anorthit), Calcit, Dolomit, und Tonminerale (Illit, Kaolinit und Montmorillonit) als Verwitterungsprodukte aus Feldspaten.
Die mineralische Zusammensetzung ist abhängig von Verwitterungs- und Auswehungsgebiet.
Da sich die Lößbildung unter steppenzeitlichen Bedingungen vollzog, bildeten Steppengräser Löß-Fänger und es kam zur Ausbildung von zahlreichen senkrechten Kapillaren, die den Löß durchziehen. Kalkanteile im Löß haben sich nach der Ablagerung (postsedimentär) gelöst und wieder verfestigt, sodass sich eine gute Wasserzirkulationsfähigkeit und eine hohe Stabilität der Lößschichten entwickelte.

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Löß ist durch seine guten bodenphysikalischen Eigenschaften (Korngrößenzusammensetzung und Porosität), seinem Mineralreichtum und seinem hohen Kalkgehalt ein ausgezeichnetes Ausgangsmaterial für die Bodenbildung. Böden, die auf Löss entstanden sind, sind fruchtbar, tiefgründig und leicht zu bearbeiten.

Lößgebiete sind meist sehr fruchtbar und gehören meist auch zum Altsiedelland. Die Fruchtbarkeit entsteht aufgrund der kleinen Korngröße von 0,002-0,0063 mm und dem damit verbundenen leicht zugänglichen Mineralreichtum. Die gute Durchlüftung, die guten Eigenschaften als Wasserspeicher und der Porenreichtum des Lösses erleichtern die Bodenbildung. Auf Löß entstehen tiefgründige, leicht bearbeitbare und enorm leistungsfähige Braunerden, Parabraunerden, Pararendzinen und Tschernoseme. Diese Böden und die entsprechenden Verbreitungs- gebiete sind agrarwirtschaftlich besonders wichtig.

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Die Lößdecke des Kaiserstuhlvulkanes besteht überwiegend aus dem Löß der letzten Eiszeit. Mit Hilfe einer Forschungsbohrung wurde nachgewiesen, dass sich gleichzeitig auf Rücken und in Tälern des Hügellandes Löß ablagerte und zwar ungeschichtet auf den Rücken in hoher Mächtigkeit, geschichtet und mit geringerer Mächtigkeit in den Tälern als Schwemmlöß. Im Lee der Vulkanfelsen erfolgte die Ablagerung in strichförmigen Grasdünen, im Luv in "Baßgeigendünen". Die Leedünen verlaufen kilometerweit in der Windrichtung und prägen der Landschaft ein neues, paralleles Talnetz auf, das sich zwischen den Dünen gleichzeitig entwickelt. Die Mächtigkeit der Lößschichten reicht von zwei Metern bis zu 30 Metern. Entsprechend den vier Eiszeiten wurde am Kaiserstuhl auch der Löß in vier Phasen abgelagert. Das lässt sich an einigen Stellen in Form einer charakteristischen Schichtbildung ablesen. In den Interglazialen, den Warmzeiten, bildete sich nämlich aus dem Löß Lößmehl. Dazu muss man wissen, dass die feinen Lößpartikel (die Korngröße liegt größtenteils zwischen 0,01 und 0,05mm) neben einem hohen Anteil von Quarz auch beträchtliche Mengen Kalk (20-35% Calciumcarbonat) enthalten.

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Bei der Lehmbildung wird der Kalkanteil durch Niederschläge nach und nach aus der oberen Lößschicht ausgewaschen. Es entstehen kalkarme Lößlehmschichten. Der Kalkanteil sickert durch den tieferliegenden Löß und wird in Form sogenannter Lößkindl, teilweise bizarr geformten Kalkknollen, wieder ausgefällt. In der nächsten Eiszeit wird die Lößlehmschicht dann wieder von einer frischen Schicht Löß überlagert, und der Prozess der Lehmbildung kann in der nachfolgenden Warmzeit erneut beginnen. Der im Vergleich zum mitteldeutschen Löß hohe Kalkgehalt erklärt sich durch die Nähe des Kalkalpen-Vorlandes.
Am Nordhang des Michaelsberges bei Riegel ist der Wechsel der Eis- bzw. Zwischeneiszeiten in einer Lößwand besonders eindrucksvoll zu sehen.

Auf den Lössböden der Bördenlandschaft befinden sich meist auch die fruchtbaren Schwarzerden als Relikt einer ursprünglichen Steppen- landschaft, die in Mitteleuropa nach der letzten Kaltzeit (vor ca. 8.000 Jahren) entstanden ist.

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Löß ist in erster Linie als pleistozänes Sediment aufzufassen. Es gibt allerdings auch rezente Analoga.
Die in pleistozänen Lössen oft auftretende Lößfauna enthält Landschnecken, Reste des Mammuts, diverser Nager, des Rentiers, des Wollharigen Nashorns usw. Auch Artefakte und menschliche Überreste werden gefunden.

Löß fühlt sich beim Zerreiben zwischen den Fingern samtig-mehlig/pulverig an.
Lößlehm ist entkalkter, verwitterter Löss. Er fühlt sich zwischen den Fingern lehmig an und besitzt eine braune Farbe.

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Luvisole sind Böden mit Tonverlagerung, wie Lessivés und Parabraunerden.

Luvisol ist aus den lat. Wörtern luvi (= auswaschen) und solum (= Boden) zusammengesetzt.

 

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Mergel:
Ablagerungen von Kalkschlämmen gemischt mit Ton werden als Mergel bezeichnet.
Mergel (latein. marga; mittelhochd. mergel) bzw. Mergelstein ist ein Sedimentgestein und besteht je etwa zur Hälfte aus Ton und Kalk. Bei höheren Kalkgehalten spricht man von Kalkmergel, bei niedrigeren von Tonmergel. Er entsteht, wenn gleichzeitig Ton abgelagert und Kalk ausgefällt wird.
Mergel ist ein wichtiger Rohstoff zur Zementherstellung, in der Landwirtschaft wurden in der Vergangenheit hauptsächlich trockengelegte Feuchtgebiete (Moore und Sümpfe) mit Mergel verbessert, der Kalk neutralisierte die saueren Böden, der Ton stabilisierte den weichen Boden, damit die Acker begehbar und befahrbar wurden (Melioration). Da das Mergeln fälschlicherweise einer Bodendüngung gleichgesetzt wurde, in der Wirklichkeit aber ausser Kalk keine Bodennährstoffe (Phosphate, Nitrate) brachte, wurden beim Ausbleiben anderer Düngergaben (Kompost, Mist, später auch Guano, Superphosphat o. Ä.) die Felder bald unfruchtbar und ausgelaugt - und daher als "ausgemergelt" bezeichnet.

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Nach C. W. Correns (1949) werden unterschieden:
   hochprozentiger Kalkstein bis 95 % Kalk, 5 % Ton
   mergeliger Kalk bis 85 % Kalk, 15 % Ton
   Mergelkalk bis 75 % Kalk, 25 % Ton
   Kalkmergel bis 65 % Kalk, 35 % Ton
   Mergel bis 35 % Kalk, 65 % Ton
   Tonmergel bis 25 % Kalk, 75 % Ton
   Mergelton bis 15 % Kalk, 85 % Ton
   mergeliger Ton bis 5 % Kalk, 95 % Ton
   hochprozentiger Ton bis 0 % Kalk, 100 % Ton

Bekannte Mergelvorkommen befinden sich in Südlimburg (Niederlande) zwischen Maastricht und Aachen und in Schleswig-Holstein vor allem im östlichen Hügelland, unter den Sanderflächen und in den Altmoränen der hohen Geest im Westen.

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In Schleswig-Holstein ist am weitesten verbreitet der feste eiszeitliche Geschiebemergel mit seinen beigemengten Steinen aller Größen, seltener "Mergelton", ein Mergel, der von Schmelzwasser ausgewaschen wurde und sich als feines Sediment in Stillwasserbereichen ablagerte.
Die meisten öberflächennahen Vorkommen von Mergel in den Altmoränen der hohen Geest im Westen Schleswig-Holsteins (wie auch auf Helgoland) sind Überreste der vorletzten Eiszeit, der Saaleeiszeit.

Sogenannte Graue Mergel mit zahlreichen Einschlüssen typischer Flachwasservergesellschaftungen der Oberkreidezeit finden sich z.B. in Österreich bei Gosau.

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Marschboden:
Marschböden sind durch natürliche oder künstliche Verlandung von Wattenböden entstandene, z.T. anmoorige Gleyböden an Flachküsten und in Flussmündungen mit feinsandig-schluffig-toniger Körnungsart. Mangrovenböden finden sich in tropischen Regionen und entsprechen etwa unseren Wattböden.

See- oder Jungmarschböden finden sich im Vorland zwischen Deich und See und werden bei Sturmflut häufig noch überspült oder wurden erst in jüngerer Zeit eingedeicht. Sie sind im allgemeinen frei an wasserlöslichen Salzen, weisen aber oft bis zur Oberfläche Karbonate auf. Es sind nährstoffreiche, humose, gut gekrümelte und im Unterboden nur schwach vergleyte Böden (schwache Rostfleckigkeit), die überwiegend der Grünlandnutzung dienen.

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Brack- und Altmarschböden sind oberflächig entkalkte Böden, deren Karbonatgehalt entweder primär niedriger war (Brackmarschböden mit Magnesium u. Natrium an den reaktionsfähigen Bodenteilen) oder auf Grund längerer Zeitdauer der Bodenbildung - ausgehend von einem Seemarschboden - inzwischen ausgewaschen wurde (Altmarschböden). Mit der Entkalkung geht oft eine Unterbodenverdichtung, besonders bei den magnesiumreichen Brackmarschböden, Hand in Hand. Diese Verdichtung, die auch Knickbildung genannt wird, bewirkt eine Verstärkung der Vergleyungsprozesse, die sich wiederum in einer vermehrten Rostfleckigkeit kundtun. Knickmarschböden besitzen wegen ihrer ungünstigen physikalischen und chemischen Eigenschaften nur eine geringe Fruchtbarkeit, während Altmarsch- bzw. Brackmarschböden ohne wesentliche Verdichtung im Unterboden (z.B. bei geringerem Mg- und Na- oder höherem Feinsandgehalt) in ihrer Fruchtbarkeit den See- oder Jungmarschböden nur wenig nachstehen.

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Mineralisch hydromorphe Böden:

Zusammenfassung verschiedener Böden vorwiegend mineralischer Zusammensetzung und unterschiedlichen Zuschusswassereinflusses, die aus jungen geschichteten Sedimente entstanden, kaum eine Horizontierung und zuweilen einen jahreszeitlichen, stark schwankenden Grundwasserstand aufweisen (Alluvialböden).

Zu ihnen gehören die Auenböden, Gleye, Semigleye und Moorgleye

 

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Moorböden sind innerhalb des Verbreitungsgebietes der Podsolböden in Depressionen sehr häufig nachzuweisen. Moorböden werden auch zur Gruppe der Podsolböden gerechnet.

Organisch hydromorphe Böden (Moorböden): bilden sich unter kühlfeuchten Klimabedingungen und unter Zuschusswassereinfluss vorwiegend in den hohen Mittelbreiten und in den subpolaren Gebieten, fehlen aber auch nicht den humiden Tropen. Sie bestehen überwiegend aus organischer Substanz, die zum Teil infolge biologischer Trägheit des Milieus kaum abgebaut wird.
Ein Moor (subhydrischer Boden) ist ein durch Grundwasser oder Niederschlagswasser ständig bis an die Oberfläche durchfeuchtetes Gelände mit schlammigem Boden, in oder über dem sich unvollständig zersetztes pflanzliches Material angereichert hat. Je nach Gestalt, Aufbau und der Art der Wasserspeisung unterscheidet man Hoch-, Übergangs- und Niedermoore. Im bodenkundlichen Sinn versteht man darunter Böden, die zu mehr als 30 % aus organischer Substanz bestehen und deren organische Auflagen mindestens 30 cm mächtig sind

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Nieder- und Übergangsmoorböden: sind nährstoffreiche bis mäßig nährstoffreiche Moorböden in Flussniederungen und im Verlandungsbereich von Seen (hoher Grundwasserstand) mit ebener Oberfläche. Die organische Substanz besteht überwiegend aus Rückständen von Schilfrohr, Seggen, Moosen und der Erlenbruchwald-Vegetation. Nach der Entwässerung zersetzt sich der Torf sehr leicht unter Bildung fruchtbaren Kulturbodens (Vererdung).
Niedermoore, auch Flachmoore genannt, sind Moore, die bis an die Oberfläche mit nährstoffreichem Grundwasser durchsetzt sind. Niedermoore bilden sich in Senken, Flussniederungen, kleinen Mulden und an Hängen im Bereich von Quellwasseraustritten. Sie können auch das Verlandungsstadium eines Sees darstellen.
In früheren Jahrhunderten wurden Niedermoore kultiviert. Gebräuchliche Verfahren waren die Schwarzkultur und die Sanddeckkultur. Bei der Schwarzkultur wurde der reine Moorboden kultiviert. Wegen der Gefahr des Verlustes der Wiederbenetzbarkeit des Bodens durch Austrocknung ist dieses Verfahren für den Ackerbau nicht geeignet. Bei der Sanddeckkultur wurde auf die Mooroberfläche eine bis 15 cm mächtige Sandschicht aufgebracht, die nur wenig mit dem Moorboden vermischt wurde.
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Hochmoorböden, z.T. Podsolböden: Hochmoorböden sind in der Regel durch Vermoosung von Wäldern entstandene und auf Übergangsmoortorf aufgebaute Böden. Ihre Ausgangssubstanz besteht aus mächtigen Torfmoosdecken, die ein hohes Wasserfesthaltevermögen (Speicherung von Regenwasser) besitzen. Es sind extrem saure Böden mit großer Mineral- und Nährstoffarmut und großer biologischer Trägheit. Ihre Oberfläche ist uhrglasartig aufgewölbt. Sie entwickeln sich häufig in Depressionen in Grundwassernähe oder auf undurchlässigem, nährstoffarmem Gestein, in vielen Fällen auch auf Podsolen, die durch Ortsteinbildung im B-Horizont wasserundurchlässig geworden sind. Hochmoorböden finden sich vorwiegend im kühlfeuchten Klima mit Podsolböden vergesellschaftet.
Nach der Entwässerung zersetzt sich der Hochmoortorf sehr schlecht und bildet nur nach aufwendiger Kulturarbeit hinreichend fruchtbare Böden.

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Moorgley:

Übergangsform von Gley zum Moorboden.

 

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Nitisole sind tiefgründig lessivierte Böden mit Tonverlagerung und deutlichen Toncutanen (im Trockenzustand glänzende Tonhäutchen).
Nitisole sind tonreiche, gleichförmig rot gefärbte Böden der wechselfeuchten Tropen (Savanne, auch Regenwald) mit tiefgründigen A-Bt-C-Profilen. Ausgangsmaterial sind in der Regel neutrale bis basische Gesteine, die weit weniger intensiv verwittert sind als bei Ferralsolen. Die intensive Rotfärbung ist auf freigesetztes Eisen zurückzuführen.
Infolge der Lessivierung von Tonmineralien und Eisenhydroxiden (Verlagerung im Profil) entwickelt sich ein an Ton verarmter Horizont, der unscharf in einen Anreicherungshorizont übergeht. Unter den Tonmineralen dominiert Kaolinit. Der tonreiche Horizont weist ein stabiles Polyedergefüge mit sog. Toncutanen (glänzende Aggregatsoberflächen) auf.
Das Hauptverbreitungsgebiet der Nitisole liegt in Ostafrika. Daneben sind sie in Südbrasilien, auf Java und den Philippinen zu finden. In Deutschland finden sich reliktische Nitisole, welche als Rotlehme bezeichnet werden.

 

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Nitisole haben eine gute Bioturbation, gutes Wasserspeichervermögen durch die grosse Profiltiefe und pH-Werte zwischen 5.5 - 6.5. Der relativ hohe Basengehalt, die gute Durchwurzelbarkeit und die gute Bearbeitbarkeit machen Nitisole zu den bevorzugten Ackerstandorten der Tropen. Trotz ihres niedrigen Flächenanteiles an den Tropenböden bilden sie eine wichtige Grundlage für den Anbau anspruchsvoller Pflanzen wie Zuckerrohr, Erdnuss und Kaffee.
Nitisole sind den Acrisolen ähnlich, denn sie sind auch durch Tonverlagerung geprägt. Sie weisen jedoch einen sanften Anstieg der Tongehalte auf, während bei den Acrisolen klare Horizontgrenzen vorliegen. Im Gelände sind Nitisole oft mit Vertisolen gekoppelt, wobei Vertisole die Talsenken einnehmen. Auf sehr alten Flächen finden sich Ferralsole, während Nitisole in den Hanglagen zu finden sind.

Nitisol ist aus den lat. Wörtern nitidus (= glänzend) und solum (= Boden) zusammengesetzt.

 

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Parabraunerden (Fahlerden; siehe auch Podsoluvisol) entwickeln sich in den feuchten Mittelbreiten entweder unmittelbar aus Rankern bzw. Rendzinen oder aus Schwarzerden bzw. basenreichen Braunerden, wenn durch Auswaschung von Kalk und leichte Versauerung eine Lessivierung ermöglicht wird. Ausgangsgesteine sind oftmals nicht zu saure, feinkörnige, meist lockere Substrate wie Löss oder Geschiebemergel.
Der großflächig verbreitete Boden ist von Natur aus ein Laubwaldstandort. Aus der reichlich anfallenden Streu bildet sich durch ein vielfältiges und intensives Bodenleben ein mächtiger Ah-Horizont mit Mull als Humusform aus. Durch den abwärts gerichteten Stoffstrom erfolgt nach und nach eine Auswaschung von Tonmineralen aus dem dadurch heller (fahl) werdenden
Al–Horizont in den Unterboden. In dem durch Mineralverwitterung bereits verbraunten Unterboden führt die Tonanreicherung zu einer noch stärkeren Dunkelfärbung. Ah- und Al-Horizont können bis 0,5 m, das gesamte Bodenprofil bis zu mehreren Metern mächtig werden.

 

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Hoher Restmineralgehalt, viel Humus, austauschstarke Dreischichttonminerale und eine günstige Bodenstruktur machen Parabraunerden zu tiefgründigen, ertragreichen und leicht zu bearbeitenden Ackerböden.
Sie werden in Mitteleuropa z.T. seit über 1000 Jahren landwirtschaftlich genutzt. Bei ungenügender Bodenbedeckung neigen sie zur Erosion und das Befahren mit zu schwerem Gerät führt zur Verdichtung und Verminderung der günstigen Eigenschaften. Bei landwirtschaftlich intensiv genutzten Parabraunerden fehlt der Ah-Horizont oft nahezu völlig.

Eine typische Horizontabfolge für lange Zeit intensiv landwirtschaftlich genutzte Parabraunerden in der Niederrheinischen Bucht ist (Ah)-Al-Bt-(Bbt-Bbv)-Bv-C.


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Die Pararendzina ist wie die Rendzina ein bis zu 40 cm mächtiger humoser Oberboden auf kalkhaltigem Lockergestein. Wird der obere Horizont mächtiger als 40 cm, spricht man bereits von einer Schwarzerde. Während sich die Rendzina auf festem Kalkgestein bildet, entsteht die Pararendzina in der Regel auf dem Lockermaterial Löss. Sie enthält damit höhere Sand- und Schluffgehalte.
Auf kalkreichen Kiesen, Geröllen und Schotter, wie z.B. auf höhergelegenen Flussablagerungen, entwickelt sich eine Geröll-Pararendzina. Die Nutzungsmöglichkeit dieser Böden unterscheidet sich je nach Ausgangsmaterial.
Die Pararendzina entwickelt sich aus Löss, Geschiebemergel, karbonathaltigen Schottern, Sanden oder Sandstein durch Humusakkumulation, Bildung koprogener Aggregate und mäßige Karbonatverarmung. Sie entsteht in trockenen Gebieten (z.B. Kaiserstuhl) durch sekundäre CaCO3-Bildung auch aus kalziumreichen, siliziumarmen Magmatiten. Unter Wald geht sie nach Entkalkung bald in Braunerden und/oder Parabraunerden über, während unter Steppen Schwarzerden entstehen.

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Pararendzina auf Löss hat eine Ap-Cv-Cn Horizontabfolge, ist ein junges Bodenentwicklungsstadium der Lössverwitterung und ist ein stark erosionsgefährdeter Boden. In alten Ackerlandschaften ist es eine häufige Bodenbildung stark erodierter Hanglagen nach Abtrag der Parabraunerde. Teilweise enthält die Krume noch Reste des Bt-Horizontes der Parabraunerde und besitzt dann einen höheren Tongehalt. Man findet sie auf Kuppen und Hanglagen im unterfränkischen Gäu und südbayerischen Hügelland, besonders im Randbereich der großen Flusstäler, meist in Gesellschaft mit Parabraunerde und ihren Erosionsstadien vorkommend.
Pararendzina ist mäßig humos, kalkreich, stickstoffreich, hat eine mittlere bis hohe nutzbare Feldkapazität, gute bis mittlere Wasserleitfähigkeit, ist leicht austrocknend, gut durchlüftet und zählt zu den schnell erwärmbaren ("hitzige") Böden. Es sind fruchtbare, vielseitig nutzbare Böden, die allerdings zur Trockenheit neigend ("Brenner") und infolge des hohen Kalkgehaltes für Spurenelementemangel gefährdet sind.

 

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Phaeozeme sind degradierte Schwarzerden der Waldsteppe mit Entkalkung, Verbraunung und Humusverlagerung (Brunizeme, Prärieböden, degradierte Tschernoseme)

Phaeozem ist aus dem griech phaios (= dunkelgrau) und dem russ. zemlja (= Erde) zusammengesetzt.

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Planosole:

Planosole sind eng mit den Prärieböden vergesellschaftet und kommen in weiten Ebenen mit gehemmtem Abfluß oder in flachen Senken mit Öberflächenwassereinfluß vor.

Sie zeigen meist auf Grund von Untergrundverdichtung (Lessivierungsprozesse) Stauerscheinungen. Bei relativ hoher natürlicher Fruchtbarkeit bieten sie der Landwirtschaft große Möglichkeiten.

Planosol ist aus den lat. Wörtern planus (= flach) und solum (= Boden) zusammengesetzt.

Siehe auch: Pseudogleye und Stagnogleye

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Plinthosole (von griech. plinthos = Backstein) sind eisenreiche, rostfleckige, nicht verhärtete und tonreiche ferralitische Böden (z.B. Latosole) mit irreversibel verhärtbarem Oxyd-Material.
Plinthosole sind Böden der immer- und wechselfeuchten Tropen, bevorzugt in ebenem Gelände mit wechselndem Grundwasserstand. Horizontabfolge A-B-C. Charakteristisch ist Plinthit (früher Laterit), ein humusarmes, sesquioxidreiches und sehr dichtes Gemenge aus Quarz und Ton (vorwiegend Kaolinit). Plinthit ist im feuchten Zustand eine plastische Fleckenzone, die durch Stauwasser (bedingt durch die extreme Dichte) oder Grundwassereinfluss hervorgerufen wird. In Trockenzeiten oder bei Oberflächennähe (z.B. Hangkanten) kann Plinthit krustenartig und irreversibel verhärten. Dann spricht man nicht von Plinthit sondern von 'hardpan' oder 'ironstone'. Diese Eisenkruste liegt über der Fleckenzone. In Plinthosolen existieren keine leicht verwitterbaren Mineralien mehr, sie sind extrem nährstoffarm mit einer sehr geringen Basensättigung. Plinthosole finden sich in Becken mit Grundwassereinfluss auf Flächen sehr alter Bodenbildung. z.B. In Zentral-Amazonien, im Kongo-Becken oder in der Sudan-Sahel-Zone.

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Podsole: Podsolböden sind Böden mit stark geschichtetem Horizont.

Podsolböden und nichtpodsolierte Frost-Taigaböden:
Podsolböden entwickeln sich bevorzugt unter kühlfeuchten Klimabedingungen unter beerstrauch- und moosreichen Nadelwäldern auf nährstoffarmen (besonders silikatischen oder quarzitischen) Gesteinen. So kommen sie z.B. im nördlichen Nadelwaldgürtel der Erde (mittlere Taiga), aber auch in Gebirgen der Außertropen vor.
Podsolböden sind gekennzeichnet durch eine Rohhumusauflage über dem Mineralboden, bestehend aus nur schwach zersetzten organischen Rückständen, durch einen nur wenige Zentimeter mächtigen humosen Mineralboden (Ah), einen weißlichen bis aschefarbenen, an Humus- und Mineralstoffen verarmten Eluvialhorizont (Ae = Podsolierungshorizont) und durch dunkelbraune bis rostbraune Illuvialhorizonte (Bh und Bs) mit wieder ausgeschiedenen Humus-, Eisen- und Aluminiumverbindungen (oft zu Ortstein verfestigt). Nach unten zu erfolgt ein allmählicher Übergang in das unverwitterte Gestein.

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Der Name Podsol stammt aus dem russischen (podzola = unter Asche) und bedeutet Asche-Boden. Eine ältere deutsche Bezeichnung für Podsol ist der Begriff Bleicherde.
Podsole entstehen in Gebieten mit hohem Niederschlag und verhältnismäßig niederen Temperaturen. Die Ausgangsgesteine sind oft calcium- und magnesiumarm und leicht durchlässig, wie etwa Sande oder verwitterte Sandsteine. Podsole enstehen oft auch unter einer Vegetation, die nährstoffarme Rückstände bildet und so eine Rohhumusdecke fördert. Typische Vegetation über Podsolböden sind Nadelhölzer oder Heidekraut. Unter diesen Bedingungen tritt eine Versauerung des Bodens ein und die Lebensbedingungen für Mikroben verschlechtern sich derart, dass nur eine unvollständige Zersetzung der anfallenden (Nadel-) Streu stattfindet. Gleichzeitig werden durch verschiedene chemische Reaktionen Aluminium und Eisen freigesetzt und durch Sickerwasser in den Unterboden verlagert. Wenn die Metalle im Unterboden durch Austrocknung oder Ausfällung verhärten, bilden sich Orterden oder stark verhärtete Ortsteine aus, die das Pflanzenwachstum stark beeinträchtigen können. Podsole entwickeln sich meist sekundär aus Braunerden oder Parabraunerden.

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In weiten Gebieten Norddeutschlands wurde der Prozess der Podsolierung durch die Rodung des ursprünglichen Laubwaldes und die Wiederaufforstung mit Nadelhölzern gefördert.
Podsolböden
sind mittelgründige, stark versauerte, an Sorptionträgern und Nährstoffen arme Böden mit ungünstigen biologischen und physikalischen Eigenschaften und werden fast ausschließlich forstlich genutzt.

In Ostsibirien kommen innerhalb der Subzone der Podsolböden sogenannte nichtpodsolierte Frost-Taigaböden vor, und zwar in einem Gebiet, in dem die Südgrenzen des Dauerfrostes im Untergrund weit nach Süden ausbiegen. Es sind flachgründige und steinreiche Böden, die überwiegend duch das Vorhandensein des Dauerfrostes nahe der Oberfläche geprägt werden und sowohl torfreiche als auch vergleyte Varianten besitzen.

Die Gruppe der Podsolböden umfasst auch Übergangsbildungen, z.B. zu Braunerden oder Lessivés.

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Unter dem Prozess der Podsolierung (Tonzerstörung) versteht man die Mobilisierung und Verlagerung von Eisen- und Aluminiumoxyden in saurem Milieu unter Beteiligung organischer Säuren mit Ausbildung von Bleich- sowie Anreicherungshorizonten; typisch unter Nadelwäldern.

Die Tonverlagerung durch Sickerwasser ist hier verbunden mit einer chemischen Zerstörung der Tonmineralien. Die Bruchstücke werden nach unten verschlämmt, es kommt z.B. durch Nadelstreu zu einer sauren Reaktion und zur Auswaschung von Eisen- und Aluminiumoxyden und der Humusstoffe, dadurch fehlt eine schwarzbraune Färbung und es bleibt eine grau bis weiße Schicht, die sogenannte "Bleicherde" übrig.
In den weniger stark sauren Horizonten kommt es wieder zur Ausfällung von Humus und den Oxyden was zu einem tiefbraunen Horizont (Bi) führt. Sollte es zur Einwaschung von Eisen, Mangan und Humusverbindungen in verkitteter Form kommen, so kann diese Schicht aushärten und wasserundurchlässig werden, so genannter Ortstein.

 

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Podsol-Braunerde:

Übergangsstadium von saurer, nährstoffarmer Braunerde zum Podsolboden.

Siehe auch: Braunerden

 

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Podsoluvisole (Fahlerden; siehe auch Parabraunerden) sind Böden zwischen Podsol und Luvisol.

 

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Prärieboden-Bruniseme:
Tschernosemähnliche Prärieböden (USA) und ausgelaugte Tschernoseme (Russland):
Zwei ähnlich gestaltete Böden. Beide entwickeln sich jeweils auf der humiden Seite der Tschernoseme unter Waldsteppen-Vegetation.
Sie sind genetisch eng mit den Tschernosemen verwandt, was bereits äußerlich deutlich zum Ausdruck kommt: Sie besitzen wie diese einen noch gut gekrümelten, allerdings nur 40-50 cm mächtigen, schwarzbraunen bis schwarzen, karbonatfreien, humosen Horizont (Ah), an den sich im Gegensatz zum Tschernosem nach unten ein ebenfalls 40-50 cm mächtiger, bräunlicher, karbonatfreier, dichter, tonreicher B-Horizont anschließt, der meist Anzeichen einer Tonilluviation (Lessivierung) aufweist. Dies trifft besonders für die ausgelaugten Tschernoseme zu. Der gelbbraune C-Horizont (häufig Löß) ist erst in größerer Tiefe karbonathaltig.
Genetisch stehen diese Böden zwischen Tschernoseme und Lessivés.


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Prärieboden-Brunizeme werden ausschließlich landwirtschaftlich genutzt; dabei besitzen sie einen ähnlich hohen Fruchtbarkeitsgrad wie die Tschernoseme, falls sie nicht zu starke Staunässeeinflüsse aufweisen.

 

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Pseudogley: Siehe auch Lessivé.

Entsteht oft in wechselfeuchten Hochebenen mit Stauwasser. Kühl-feuchtes Bodenklima, in meist besserwüchsigen Kiefern- und Fichtenwaldflächen. Aber auch in anthropomorphen Böden.
Der Name Pseudogley wurde gewählt, weil dieser Boden in einem Teil seiner Eigenschaften dem “echten” Gley gleicht. Im Gegensatz zum Gley ist der Pseudogley nicht vom Grundwasser beeinflusst. Der Pseudogley gehört zu den Stauwasserböden. Das Niederschlagswasser kann nicht vollständig oder nur sehr langsam versickern. Diese Tatsache führt zu Sauerstoffmangel und damit zur Lösung und Umlagerung von Eisen und Mangan. Dadurch kommt es zu einer Ausbleichung des Oberbodens.
Während der trockeneren Jahreszeit verschwindet die Staunässe und ein Teil der gelösten Stoffe fallen wieder aus. Pseudogleye haben meist einen niedrigen (sauren) pH-Wert.

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Pseudogleye sind oft gute Wiesen- oder Waldstandorte. Besonders unter Fichten-Monokulturen kommt es aber bei Pseudogleyen oft zu Windwurf.
Eine ackerbauliche Nutzung ist oft wegen einer anhaltenden Frühjahrsvernässung, die einen Sauerstoffmangel verursacht und eine frühzeitige Bearbeitung nicht zulässt, erschwert. Eine Verbesserung des Bodens kann bei Pseudogleyen durch den Anbau von Tiefwurzlern und einer Tiefenkalkung und -düngung erfolgen.
Pseudogleye entstehen durch Redoximorphose. Redoximorphose ist die Ausbildung redoximorpher Merkmale, zu denen es unter Sauerstoffmangel kommt. Sauerstoffmangel und reduzierende Bedingungen werden in Böden durch sauerstoffverbrauchende Organismen verursacht. Eine Wassersättigung des Bodens begünstigt den Sauerstoffmangel, man spricht deswegen auch von Hydromorphierung.
In dem Wort Redoximorphose stecken die Wörter Reduktion und Oxidation. Unter Reduktion versteht man die Aufnahme von Elektronen (und damit die Abgabe von Sauerstoff).

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Meist geschieht der Sauerstoffabbau unter dem Einfluss aerober Mikroorganismen, die den Sauerstoff zum oxidativen Abbau organischer Substanz verbrauchen. Unter Oxidation versteht man Abgabe von Elektronen (und damit eine Anreicherung mit Sauerstoff). Die Oxidation eines Stoffes ist stets an die Reduktion eines anderen Stoffes gekoppelt.
Ständig sauerstofffreie Bodenhorizonte sind durch Eisensulfide (FeS) oft schwarz gefärbt oder an Eisen und Mangan verarmt und dann weißlich gebleicht. Zeitweilig luftarme Böden weisen Rostflecken oder Konkreationen aus Eisen und/oder Mangan, neben gebleichten Zonen auf.
Pseudogley ist profilumfassend durch Marmorierung/Fleckung geprägt, vor allem im gg-Horizont, und häufig bis zur evtl. durch Humus verdeckten Bodenoberfläche reichend; oft sind auch Bleichbahnen mit Rostsäumen erkennbar; Rostfleckung in der Matrix oder entlang von gebleichten Wurzelbahnen; ein schwärzlicher Überzug auf Steinen oder schwarze Mangan-Konkretionen treten ebenfalls oft auf.
Der graufleckige Pseudogley (Stagnogley) ist zusätzlich zur Marmorierung durch eine sogenannte "Nassbleichung" des Oberbodens infolge Eisenauswaschung gekennzeichnet.

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Rasenboden:
Rasenböden subpolarer Matten und lichter borealer Wälder gehören zur Gruppe der Rasenböden, die sich sowohl in subpolaren als auch borealen Bereichen unter grasreichen Wäldern, bei guten Drainagebedingungen, auf basenreichen Gesteinen bilden, keine Podsolierungstendenzen aufweisen und vor allem durch Prozesse der Humusakkumulation ausgezeichnet sind. Sie entwickeln sich unter grasreichen Birkenwäldern aus rezenten, mineralreichen, vulkanischen Aschen unter günstigen bioklimatischen Bedingungen. Sie besitzen einen intensiv humosen Oberboden (25-30 cm mächtig), zeigen eine nahezu neutrale Reaktion und sind trockener, tiefgründiger und fruchtbarer als Tundragleyböden.

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Rasenkarbonatboden:

Siehe: Rendzina

 

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Rasenpodsolboden:
Bilden sich in der Subzone der südlichen Taiga unter Mischwäldern mit gras- und krautreicher Bodenvegetation auf meist karbonhaltigen quartären Ablagerungen. Unter dem Einfluß von Gräsern und Kräutern, die sich nach Auflichtung des Waldes einstellen, wird die Podsolierungstendenz unter biologisch verbesserten Bedingungen gemindert. Der Oberboden reichert sich mit Humus, Stickstoff und anderen Nährstoffen an. Die Bodenreaktion verliert ihren stark sauren Charakter und die physikalischen Eigenschaften verbessern sich (Krümelbildung).

Rasenpodsolböden unterscheiden sich im Profil von den Podsolböden durch einen mächtigen (10-20 cm), gut gekrümelten Ah-Horizont (Rasenhorizont) und einen meist nur noch geringmächtigen Ae-Horizont (Podsolierungshorizont), während die Illuvialhorizonte mächtiger ausgebildet sind.

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Das Vorkommen auf meist karbonhaltigem Material und die deutlich erkennbaren Tonbeläge auf den Gefügeoberflächen im B-Horizont der Rasenpodsolböden verdeutlichen, daß in diesen Böden Lessivierungsprozesse eine wichtige Rolle spielen, die zum Teil von Podsolierungs- und Rasenprozessen überlagert sein können.

Rasenpodsolböden sind auf Grund ihrer günstigeren Humusform, ihres höheren Nährstoffgehaltes und ihrem besseren physikalischen Eigenschaften wesentlich fruchtbarer als Podsolböden.

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Regosole:
Regosole sind Rohböden (schwach entwickelte Böden) auf Lockergesteinen über Festgestein, deren geringe Bodenbildung nur zu einem undeutlichen und nur schwach humosen Ah-Horizont geführt hat (Ranker; Lockersyroseme wie Sande, Dünensande u.a.).

Regosole und Vertisole:
Örtlich in Südeuropa dort vertreten, wo ein kleinflächiger Wechsel von tonigen und sandigen Gesteinen besteht oder auf tonreichen Lockergesteinen gut entwickelte Böden durch Abtragungsprozesse in Niederungen verschwemmt und dort zu Vertisolen wurden, während nun an den Hängen das rohe Ausgangsmaterial erneut der Bodenbildung ausgesetzt ist (Regosole).

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Regosole und Rendzinen: kommen in Gebieten vor, wo Lockergesteine mit Kalkgesteinen kleinflächig wechseln.

Dünen und Flugsandfelder finden sich vor allem in Wüstengebieten und zeigen kaum Anzeichen einer Bodenbildung. Es sind Anhäufungen lockerer Sandmassen, die oft nur in beschränktem Umfang mit dem Wind wandern.

 

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Rendzina: Flachgründiger Boden auf Kalkstein (poln. rzedzic = Geräusch beim Pflügen über kalksteinhaltigem Boden), A-C-Profil, Humuskarbonatböden.

Humuskarbonatböden, Terra fusca und Rasenkarbonatböden:
Rendzinen, die den Rasenkarbonatböden in Russland entsprechen, sind an hochprozentig karbonathaltige Gesteine gebunden. Sie bestehen aus einem flachgründigen, stein- und humusreichen, bröckeligen, stark dunkel gefärbten Ah- Horizont, der meist mit deutlichem Übergangshorizont (Ah/C) in das Gestein übergeht, oft bis zur Oberfläche karbonathaltig ist und neutrale Reaktion zeigt.

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Der hohe Karbonatgehalt der Rendzina hemmt die chemische Verwitterung und stabilisiert die aus Kleintierkot gebildeten Huminstoffe in Form von Kalkhumaten. In humiden Gebieten - vor allem unter Wald - erfolgt eine langsame, aber stetige Auswaschung der Karbonate. Nach und nach kommt es zur Verlehmung teils durch Tonmineralneubildung, teils durch Freisetzung von Tonmineralen als Lösungsrückstand. Dabei erfolgt Abscheidung von freiem Eisenoxid, das je nach Ausgangsgestein und Verwitterungsintensität den Boden zunehmend braun färbt. Zunächst schiebt sich ein schmaler Bv-Horizont zwischen Ah- und C-Horizont. In diesem Stadium spricht man von Lehmrendzina oder Brauner Rendzina. Die Mächtigkeit des Ah-Horizontes hat deutlich abgenommen, der nun karbonatfrei und schwach sauer bis neutral ist und auch einen Teil des günstigen bröckeligen Gefüges eingebüßt hat.

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Die Entwicklung geht bei genügender Zeitdauer örtlich weiter zur Terra fusca (Kalksteinbraunlehm), die nur noch aus einem flachen Ah-Horizont über einem ockergelb bis rötlich-braun gefärbten, tonigen Bv-Horizont wechselnder Mächtigkeit besteht.

Die Rendzina ist in warmgemäßigten Gebieten (z.B. Süddeutschland, Südeuropa) häufig mit Terra fusca vergesellschaftet, wobei die Rendzina die ältere (ebenere Lagen) und die Terra fusca die jüngere Bildung (Hang- oder Kuppenlage) darstellt.

Rendzina und Terra fusca sind primär Waldböden. Für eine landwirtschaftliche Nutzung ist die Terra fusca zu flachgründig, steinig und trocken und die Rendzina zu dicht und schwer bearbeitbar. Beide Typen sind stark erosionsgefährdet.

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Terra fusca (Kalksteinbraunlehm), Lehmrendzinen, Rendzinen und Lessivés:
In Mittel-, West- und Südeuropa bei kleinflächigem Wechsel des Reliefs und verschieden karbonathaltiger Gesteine verbreitet.

Pararendzinen und Lessivés:
Tritt in relativ trockenwarmen Teilen Mitteleuropas auf, wo karbonathaltige Lockergesteine (Löße, Schotter) vorkommen und sich stellenweise darauf Böden erhalten konnten, die noch bis zur Oberfläche Karbonate aufweisen (Pararendzinen).

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Pararendzinen sind rendzinaähnliche Böden, deren Ausgangsgesteine einen höheren Nichtkarbonatanteil (mindestens 50%) enthalten. Ihr Profil zeigt einen dunkelgraubraun gefärbten, karbonathaltigen, im Vergleich zur Rendzina geringer humosen, gut gekrümelten Ah-Horizont, der nur sehr allmählich in das lockere Ausgangsmaterial (C-Horizont) übergeht. Pararendzinen konnten in Mitteleuropa nur in den trockensten Teilen und vermutlich nur unter landwirtschaftlicher Nutzung erhalten bleiben, denn unter Wald erfolgte im gleichen Verbreitungsgebiet eine Entkalkung und Lessivierung.

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Rotlehm:
Als Rotlehm werden reliktische Nitisole bezeichnet, die man in Deutschland findet.

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Schwarzerde:
Siehe auch Tschernosem.
Sehr hohes Ertragspotential, hohes Wasser- und Nährstoff- speichervermögen, mittlere Durchlüftung, hohe biologische Aktivität, verdichtungsempfindlich, verschlämmungsgefährdet, erosionsgefährdet, gering auswaschungsgefährdet.
Schwarzerde ist der typische Boden kontinentaler Steppengebiete Eurasiens und Nordamerikas mit warmen Sommern und kalten Wintern. Die schwarzerdenähnlichen Böden der deutschen Börden sind unter ähnlichen Klimabedingungen entstanden.
Diese Bodenart findet man in Süd-Ost-Europa, bis weit nach Russland hinein, in Teilen Chinas und inmitten der USA.
In Deutschland finden sich Böden dieses Typs in der Lößregion zwischen Hildesheim und Magdeburg, in der Kölner Bucht und in Rheinhessen.

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Die im Frühjahr üppige Steppenvegetation liefert viel organisches Material für die Humusbildung. In den trockenen, warmen Sommern vertrocknen die Pflanzen, das Bodenleben ruht, wie auch in den langen kalten Wintern, sodaß kein rascher Abbau der Biomasse bis hin zur Mineralisation erfolgt. Steppentiere durchwühlen ständig den Boden und arbeiten die Humusstoffe tief ein. Ein 50-80 cm mächtiger Ah-Horizont ist von Wühlgängen und Poren stark durchsetzt (50% des Volumens), ist dadurch gut durchlüftet und hat einen sehr günstigen Wasserhaushalt mit außergewöhnlicher Wasserspeicherkapazität.
Ton-Humus-Komplexe mit hoher Ionenaustauschkapazität bedingen eine extrem hohe Fruchtbarkeit. Niederschlagsmangel verhindert Auswaschungen und Versalzungen. Bei Ackernutzungen erfolgt eine langsame Degradieung, weil sich durch die Bearbeitung der mikrobielle Abbau beschleunigt, der Humusgehalt dadurch abnimmt und sich dadurch die physikalische Struktur durch Einschlämmung und Verdichtung verschlechtert.


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Schwarzerde gehört zu den Eliteböden Deutschlands. Sie besitzen die höchste Fruchtbarkeit, was sich in den höchsten Ackerzahlen ausdrückt. Sie stellen eine dunkelbraune bis schwarze Humusschicht dar, welche aus Löß entstanden sind.

Auf den Lössböden der Bördenlandschaft befinden sich meist auch die fruchtbaren Schwarzerden als Relikt einer ursprünglichen Steppenlandschaft, die in Mitteleuropa nach der letzten Kaltzeit (vor ca. 8.000 Jahren) entstanden ist.

Neueren Untersuchungen zufolge ergibt sich die Schwarzfärbung der Schwarzerderelikte der rheinischen Lößbörden allerdings nicht aus der Genese der Bodenentwicklung, sondern wird durch pyrogene Kohlenstoffe verursacht, die in das Sediment eingelagert sind, was als Ursache z. B. auf Brandrohdungen schießen lassen könnte. Demnach wären die rheinischen Schwarzerden nicht mit den klassischen Schwarzerden/Tschernosemen identisch.

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Semigley:

Übergangsform von Gley zum Auenboden.

 

 

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Solod:
Solode sind in subhumiden bis semiariden (Steppen-) Gebieten häufig aus Solonezen entstandene, äußerlich den Podsolen ähnliche Böden. Wegen der leichten Duchschlämmbarkeit der mit Na-Ionen gesättigten reaktionsfähigen Bodenteile (Humus- und Ton-Kolloide), begünstigt durch das Vorhandensein eines geeigneten Skelettgerüstes (Sandgehalt), ist eine allmähliche Verarmung des Oberbodens an diesen Kolloiden und die Bildung eines Bleichhorizontes eingetreten. Solode unterscheiden sich von Podsolböden durch die Ausscheidung von Kieselsäure im Ah-Horizont. Sie zeigen saure Reaktion und oft eine torfige Humusdecke. Sie besitzen einen humusarmen Ah-Horizont über einem Bleichhorizont Ae (Verarmung an Ton, Humus, Eisen. und Aluminiumoxiden). Darunter folgt der an Schlämmstoffen angereicherte B-Horizont, der in einen G-Horizont (Rostfleckigkeit) übergeht.
Solode sind schwach saure, im Untergrund verdichtete, unfruchtbare Böden, die nur verstreut vorkommen.

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Solonetz/Solonez: Alkaliböden (Na+), Schwarzalkaliböden (russ. = alkalischer Boden)

Soloneze sind zum Teil (durch Salzauswaschung nach Grundwasserabsenkung) aus Solontschaken entstandene, alkalisch reagierende Böden, deren reaktionsfähige Bodenteile (Ton- und Humuskolloide) zu relativ hohen Anteilen mit Natrium belegt sind, wobei diese Kolloide bei Befeuchtung leicht peptisiert und verschlämmt werden können.
Der Boden besteht aus einem lockeren Ah-Horizont und einem kompakten B-Horizont, der im trockenen Zustand eine typische säulchenförmige Gefügebildung zeigt und der durch Schlämmstoffe (Na-Humate und Na-Tonminerale) aus dem Ah-Horizont angereichert wurde.
Die Durchschlämmung ist in dem dichten Material beschränkt. Außerdem werden die Schlämmstoffe im Kontakt mit den Karbonaten im Unterboden (Umtauschvorgänge) bald geflockt. Aus diesen Gründen entsteht beim Solonez im Gegensatz zum Solod kein Bleichhorizont.

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Wegen der alkalischen Reaktion und der Verdichtung des Unterbodens sind Soloneze sehr unfruchtbare Böden, die einer Meliorierung mit Gips (Austausch der Na- gegen Ca-Ionen) und Gründüngung zur Humus- und Stickstoffanreicherung bedürfen. Soloneze sind häufig mit Kastanienfarbenen Böden, braunen Halbwüstenböden, Wiesentschernosemen, Solode und Solontschaken vergesellschaftet.

Solonezierte Subtypen:
Im Verbreitungsgebiet von Tschernosemen, Dunklen und Hellen Kastanienfarbenen Böden und Braunen Halbwüsten kommen - meist in Senken - lokal Soloneze vor, wobei es zu den jeweiligen zonalen Böden Übergangsformen gibt, die nur eine schwache bis mäßige Solonezierung aufweisen.

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Solontschake/Solonchake: (russ. = salziger Boden) Salzböden, Weißalkaliböden.
Solontschake sind alkalisch reagierende, den Gleyen entsprechende Böden. Die starke Konzentration wasserlöslicher Salze in den oberen Bodenteilen oder auf dem Boden (Krusten-Solontschake) ist eine Folge kapilarer Hebung und Austrocknung salzhaltigen Grundwassers. Besonders Sulfate und Chloride (z.T. auch Karbonate) des Natrium sind die am häufigsten auftretenden Salze. Stellenweise können MgSO4 und CaCl2 stärker beteiligt sein. Je nach Art und Mischungsverhältnis der Salze spricht man von: Sodasolontschaken, Sulfat-Solontschaken, Sulfat-Chlorid-Solontschaken usw.

Solontschake kommen in Senken im Verbreitungsgebiet von Kastanienfarbenen Böden, Braunen Halbwüstenböden, Graubraunen Wüstenböden, Grauen Halb- bis Randwüstenböden und Rand- bis Vollwüstenböden von Natur aus vor.

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Durch unzweckmäßige Bewässerung entstehen Solontschaken oft sekundär. Mengen von 0,4% Salz sind bereits für die meisten Kulturpflanzen schädlich.

Eine Melioration erfolgt zweckmäßigerweise durch reichliche Bewässerung mit möglichst salzfreiem Wasser bei gleichzeitiger Drainage (Absenkung des Grundwasserspiegels, damit Salze aus dem Boden ausgewaschen werden können).

 

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Stagnogley: (Spezielle Form des Pseudogley)

Entsteht in kühl, feuchtem Bodenklima, in feuchteren Mulden in Hochflächen mit Lößauflage, meist besserwüchsigen Kiefer- und Fichtenwaldflächen.
Der graufleckige Stagnogley ist zusätzlich zur Marmorierung durch eine sogenannte "Nassbleichung" des Oberbodens infolge Eisenauswaschung gekennzeichnet.

Siehe auch: Pseudogley und Gleypodsole

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Syrosem:

Syroseme sind Dünen mit beginnender Bodenentwicklung.

Syroseme aus Dünensand haben ein geringes Wasserspeicher- vermögen, sind erosionsanfällig, haben hohe Wasserdurchlässigkeit und geringen Nährstoffgehalt

Oben Ai-Horizont als oberflächennahes Substrat mit beginnender Humusanreicherung aus mittelsandigem Feinsand.

Darunter Cv-Horizont mit kaum verwittertem Ausgangssubstrat und Wurzelbahnen aus mittelsandigem Feinsand.

Siehe auch: Leptosole

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Takyr:

Takyre und takyrartige Böden sind unfruchtbare, in Ebenen und Senken arider Gebiete zusammengeschwemmte, meist feinkörnige, bodenartige Sedimente ohne oder fast ohne Vegetationsdecke. Sie sind oberflächig verdichtet und verkrustet, meist schwach salzhaltig und weisen in trockenem Zustand ein Polygonnetz von tiefen Sprüngen auf.

Da man sie als Anfangsstadien von Solontschake und Soloneze auffassen kann, muss es zwangsläufig auch Übergangsformen geben, die man als "takyrartig" bezeichnet.

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Terra fusca:

Siehe: Rendzina

 

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Tschernosem (Schwarzerde der Steppe):
Tschernoseme sind Böden der Kraut- oder Hochgrassteppen und entwickeln sich unter subhumid-kontinentalen Klimabedingungen. Sie bestehen aus einem bis max. 150 cm mächtigen, grauschwarzen bis schwarzen, sehr gut gekrümelten, höchstens in seinem unteren Teilen karbonathaltigen, humosen Horizont (Ah), der in den oft sehr karbonathaltigen C-Horizont (meist Löß) übergeht.

Dieser Ah-Horizont zeigt neutrale Reaktion und enthält vorwiegend organische Sorptionsträger (hochmolekulare, stickstoffreiche Huminsäuren, die vor allem durch Ca- und Mg-Ionen abgesättigt sind).
In den Böden wirken intensive biogene Prozesse einer chemischen Verwitterung und Auslaugung ständig erfolgreich entgegen.

Tschernoseme sind die nachhaltig fruchtbarsten Böden der Erde.

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Typische Tschernoseme:
Ukrainische Tschernoseme:
Die Mächtigkeit des dunkelgrauen Ah-Horizontes beträgt durchschnittlich 60-80 cm (z.T. auch mehr als 80 cm). Der Humusgehalt liegt im oberen Teil des Ah-Horizontes bei 4-6%. Karbonate zeigen sich erst ab einer Tiefe von etwa 100-120 cm.

Mittelrussische Tschernoseme: Die Mächtigkeit des dunkelgrauen bis schwarzen Ah-Horizontes schwankt zwischen 60 und 80 cm. Der obere Teil des Ah-Horizontes weist einen Humusgehalt von 6-8 %, teilweise über 8% auf. Karbonate finden sich im C-Horizont in etwa 80 cm Tiefe.

 

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Gewöhnliche Tschernoseme: Sind etwa 60-80 cm mächtige, mittel- bis geringhumose Böden (4-8% Humus im oberen Teil des Ah-Horizontes). Sie zeigen gegenüber den russischen eine geringere Auslaugung, die sich im etwas höheren Niveau der karbonhaltigen Horizonte ausdrückt (bei etwa 60 cm). Eine stärkere Anreicherung der Karbonate mit Verdichtungserscheinungen läßt sich bei etwa 80 cm nachweisen.

Südliche Tschernoseme: Der Ah-Horizont erreicht hier nur noch eine Mächtigkeit von 50-60 cm. Der Humusgehalt ist mit 4-6% relativ gering. Der untere Teil des Ah-Horizontes zeigt mit seiner Dichtlagerung und Neigung zu grobprismatischer Gefügebildung (senkrechte Spalten) häufig Anzeichen einer schwachen Solozenierung. Karbonate reichen gewöhnlich im Profil bis ca. 30 cm unter die Oberfläche. In einer Tiefe von ca. 120 cm findet sich oft Gips.

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Diese genetischen Besonderheiten der gewöhnlichen und südlichen Tschernoseme sind gegenüber den ukrainischen und mittelrussischen mit der zunehmenden arideren Note des Klimas verbunden. So zeigen die bei südlichen Tschernosemen schon vorhandenen bräunlichrötlichen Farbnuancen bereits den Übergang zu den Kastanienfarbenen Böden an

Karbonat-Tschernoseme: Kommen z.B. in der Umgebung des Asowschen Meeres, in Ciskaukasien und am Unterlauf der Donau auf hochkarbonhaltigen Gesteinen (Kalkstein, Mergel u.a.) vor. Es sind sehr mächtige Tschernoseme (bis zu 150 cm) mit dunkelgrauen bis schwarzen Ah-Horizonten und einem Humusgehalt von 4-6%. Sie sind besonders ausgezeichnet durch das Vorhandensein von Karbonaten im gesamten Profil in Form von Pseudomycel, das als junge Bildung angesehen wird.

Tschernosem ist aus den russischen Wörten tschern (= schwarz) und zemlja (= Erde) zusammengesetzt.

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Tundragley:
Tundragleyböden: In der echten Tundra führen dauernd gefrorener und daher wasserundurchlässiger Untergrund und schwache Verdunstung in der Auftauperiode zur Wasserübersättigung und infolge Luftabschlusses unter reduzierenden Prozessen zur Vergleyung im Oberboden.
Die chemische Verwitterung ist hier gegenüber der physikalischen noch sehr gering.
Obwohl die pflanzliche Produktion der Moose und Flechten minimal ist, erfolgt doch auf Grund klimabedingter gehemmter Mikroorga- nismentätigkeit eine geringe Anhäufung kaum zersetzter Substanz.
Tundragleyböden sind flachgründig, steinreich und relativ unfruchtbar. Mit ihnen sind Moorböden (in Depressionen) und Frostmusterböden (Girlandenböden am Hang) vergesellschaftet.

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Vertisole: Böden mit starken Quellungs- und Schrumpfungs- erscheinungen infolge hohen Tongehalts (aus lat. vertere = wenden und lat. solum = Boden zusammengesetzt). Pelosole, Smonitzen.

Vertisole sind dunkle schwere Böden der wechselfeuchten Tropen und Subtropen. Sie stellen eine große Gruppe von Böden dar, die in den verschiedenen Ländern mit den unterschiedlichsten Namen belegt werden. Sie entwickeln sich in wechselfeuchten bis wechseltrockenen tropischen und subtropischen Gebieten vorwiegend in Ebenen und Depressionen und weisen alle eine dunkle Färbung sowie eine tonige Textur auf.

 

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Vertisole besitzen einen vorwiegend dunkelgrauen Ah-Horizont, der allmählich in das Ausgangsmaterial übergeht. Unter den wechselnden Feuchtigkeitsbedingungen zeigen viele dieser Böden ein Quellen und Schrumpfen, wobei es zu einem Durcharbeiten des Bodenmaterials von selbst kommt ("self-mulching-effect"). Im feuchten Zustand sind die Böden zäh und plastisch, vor allem, wenn höhere Anteile an Magnesium und Natrium die reaktionsfähigen Bodenteile (Tonminerale, häufig vom Typ Montmorillonit, und Humus) belegen, im trockenen Zustand dagegen sehr hart. Dominiert jedoch Kalzium, dann sind diese Böden locker und krümelig und der self-muching-effect tritt zurück. In arideren Gebieten oder bei Zustrom salzhaltiger Grundwässer können sich Solonezierungs- und Solontschakierungseffekte bemerkbar machen.

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Wiesentschernosem:
Wiesentschernoseme kommen in Niederungen innerhalb der Tschernosemgebiete vor. Ein hoher Grundwasserstand bedingt unter einem mächtigen, humosen bis stark humosen Ah-Horizont einen vergleyten Unterboden (G-Horizont). Damit entsprechen sie den Gleyen des humiden Klimas. Oft weisen sie Übergänge zu Solonezen auf und sind mit diesen vergesellschaftet. Sie dienen überwiegend der Grünlandnutzung, nach der Entwässerung auch dem Ackerbau.
Kastanienfarbene Wiesenböden: sind grundwasserbeeinflusste Böden innerhalb der Zone der Kastanienfarbenen Böden. Ähnlich wie Wiesentschernoseme innerhalb der Tschernosemgebiete, kommen auch sie kleinflächig und in Depressionen vor. Sie weisen Solonezierungserscheinungen auf, stellenweise auch freie Salze. Ihr Humusgehalt ist geringer als jener der Wiesentschernoseme. Sie besitzen innerhalb der Zone der Kastanienfarbenen Böden eine große landwirtschaftliche Bedeutung.

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Xerosole: ältere Bezeichnung für (meist stark erodierte) Halbwüstenböden. Buroseme.

Xerosol ist aus dem griech. xeros (= trocken) und dem lat. solum (= Boden) zusammengesetzt.

 

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Yermosole: Ältere Bezeichnung für Wüstenböden. Syroseme, Vollwüstenböden

Aus span. yermo = (Wüste) und lat. solum (= Boden) zusamengesetzt.

 

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Zonale Böden:

Böden, die in ihrer Entstehung und Dynamik vorwiegend aus der Gesamtklimawirkung resultieren. Sie folgen daher in ihrer Verbreitung in grober Annäherung und in weltweitem Rahmen gesehen den Klimazonen der Erde recht deutlich. Außerklimatische Faktoren der Bodenbildung, wie z.B. der Einfluss mineralisch einseitig zusammengesetzten Gesteins oder des Reliefs, treten in ihrer speziellen Wirkung zurück.

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25.05.2007

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